Flüchtlingsankünfte in Griechenland um 90 Prozent zurückgegangen

13. Mai 2016, 11:22
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Erstmals erreichten wieder mehr Schutzsuchende Italien als Ägäis-Inseln

Warschau – Der umstrittene Flüchtlings-Deal mit der Türkei und die Abriegelung der sogenannten Balkanroute zeigen Wirkung. Im April ist die Zahl der in Griechenland angekommenen Migranten im Vergleich zum März um 90 Prozent zurückgegangen, wie die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Freitag mitteilte. Erstmals seit Juni 2015 kamen daher wieder mehr Flüchtlinge in Italien als auf den Ägäis-Inseln an.

Frontex-Generaldirektor Fabrice Leggeri sprach von einem "dramatischen Rückgang". Insgesamt seien im April weniger als 2.700 Schutzsuchende in Griechenland angekommen. Das sei "bei Weitem weniger als die Anzahl von Menschen, die während der Spitzenmonate des letzten Jahres täglich allein auf der Insel Lesbos ankamen", so Leggeri. Der Großteil der Flüchtlinge stamme weiterhin aus Syrien, gefolgt von Pakistani, Afghanen und Irakern.

Am 20. März ist ein Abkommen zwischen der EU und Ankara in Kraft getreten, wonach alle ohne Visum in die EU eingereisten Flüchtlinge wieder in die Türkei zurückgeschickt werden können. Für jeden zurückgeschickten Syrer will die EU einen anderen syrischen Flüchtling direkt aus der Türkei über Resettlement (Umsiedlung) aufnehmen.

Auswirkungen auf Balkanroute

Der Rückgang in Griechenland und vor allem die Schließung der griechisch-mazedonischen Grenze für Flüchtlinge hat laut Frontex auch Auswirkungen auf die Balkanroute. Hier wurden im April mit 3.830 Migranten um ein Viertel weniger Menschen als noch im März registriert.

In Italien kamen im April mit 8.370 Menschen hingegen deutlich mehr Schutzsuchende an. Doch auch hier sei ein Rückgang zu verzeichnen, betonte Frontex. Die Ankunftszahlen seien im Vergleich zum März 2016 um 13 Prozent und im Jahresvergleich sogar um fast 50 Prozent zurückgegangen. Weiterhin stamme der Großteil der in Italien ankommenden Migranten aus Eritrea, Ägypten und Italien. (APA, 13.5.2016)

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