Übernahmen drücken Tele Columbus tiefer in die roten Zahlen

13. Mai 2016, 11:08
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Schulden des deutschen Kabelanbieters stiegen durch Kauf von Primacom und Pepcom

Die Finanzierung der jüngsten Übernahmen lässt den Kabelanbieter Tele Columbus tiefer in die Verlustzone rutschen. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Verlust von 17,7 (2015: 4,9) Millionen Euro, wie die vor allem in Ostdeutschland starke Nummer drei der Branche am Freitag in Berlin mitteilte. Die Schulden von Tele Columbus sind durch den Kauf von Primacom und Pepcom auf 1,2 Milliarden Euro angeschwollen.

Zinsaufwand verdreifacht

Der Zinsaufwand verdreifachte sich dadurch im Quartal auf 24,6 (7,5) Millionen Euro. Auch eine erstmals betriebene Zinsabsicherung habe sich hier niedergeschlagen, sagte ein Sprecher. Auch Abschreibungen auf die Kabel- und Telekom-Infrastruktur schlugen deutlich stärker zu Buche als ein Jahr zuvor.

Operativ brachten die Übernahmen Tele Columbus aber voran: Der Umsatz hat sich im Vorjahresvergleich auf 116,1 von 53,6 Millionen Euro mehr als verdoppelt, auf vergleichbarer Basis wäre er um fünf Prozent gestiegen. Insgesamt versorgt Tele Columbus nun 2,43 Millionen Kunden in Deutschland mit Kabel-, Telefon- und Internet-Anschlüssen. "Unsere Strategie ist es, die Kundenbasis stabil zu halten, die Netzinfrastruktur in der Fläche weiter zu optimieren und unser Vermarktungspotenzial für Internet, Telefonie und Premium-TV-Dienste zu nutzen", sagte Vorstandschef Ronny Verhelst.

Entwicklung auf Linie der Prognosen

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) schnellte auf 56,5 (24,4) Millionen Euro. Vergleichbar gerechnet, wäre es um 9,5 Prozent gestiegen. Die Entwicklung von Umsatz und Ebitda steht im Einklang mit den Prognosen für das Gesamtjahr. (Reuters, 13.5.2016)

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