Post testet Kofferraumzustellung

13. Mai 2016, 08:18
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Die Post AG hat zu Jahresbeginn weniger verdient. Das Briefgeschäft schmilzt weiter, das Service wird ausgebaut

Düsseldorf – Die Österreichische Post hat zum Jahresauftakt Umsatz- und Gewinneinbußen verbucht. Der Umsatz schrumpfte wegen des schwächelnden Briefgeschäftes um 1,2 Prozent auf 370,5 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) wurde durch einen Zinseffekt bei den Personalrückstellungen geschmälert und ging um 5,3 Prozent auf 51,1 Millionen zurück. Netto sank der Gewinn um 11,7 Prozent auf 38,7 Millionen.

Mit Effizienzsteigerungen will der Vorstand gegensteuern und damit im Gesamtjahr ein Ebit auf Vorjahreshöhe erreichen. Zudem sicherte das Management den Aktionären die Fortsetzung einer "attraktiven Dividendenpolitik" zu.

Stabiles Ergebnis erwartet

Im Gesamtjahr geht die Post von einem stabilen Ergebnis aus. Die Bundespräsidenten-Wahl spült durch Werbeaussendungen, Wahlkarten und Wählerbenachrichtigungen drei bis dreieinhalb Millionen Euro in die Kassa des teilstaatlichen Unternehmens. Bei einem Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro ist das allerdings ein überschaubarer Betrag.

Wie schon seit Jahren geht das Briefgeschäft zurück, was aber dank Onlinehandel durch das Paketgeschäft aufgefangen wird. "Insbesondere Kunden im öffentlichen Sektor, aber auch im Banken- und Versicherungsbereich, versuchen Sendungsvolumen zu reduzieren", teilte die Post AG am Freitag in einer Aussendung mit.

Mehr Service

Dabei nimmt das Service der Post zu. Die Samstagzustellung wird inzwischen flächendeckend angeboten, und auch die Abendzustellung wird ausgebaut, so Postchef Georg Pölzl am Freitag bei der Präsentation der Quartalszahlen. Bei der Kofferaumzustellung läuft ein Pilotprojekt mit dem Sanitärgroßhändler ÖAG in Linz.

Mit 1. Juni startet die Post ihr Pilotprojekt "Energiekosten-Rechner". Dieser bietet Tarifvergleiche an, der Anbieterwechsel kann dann in der Postfiliale erfolgen. Ab Mitte Juli soll das Service in allen Filialen zur Verfügung stehen.

Die Zahlen

Der Umsatz der Division Brief, Werbepost & Filialen reduzierte sich im Berichtszeitraum um 1,9 Prozent auf 370,5 Millionen Euro. Im Bereich Briefpost & Mail Solutions lag der Umsatz im ersten Quartal 2016 mit 204,9 Millionen Euro um 0,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz der Division Paket & Logistik blieb im ersten Quartal 2016 mit 222,3 Millionen Euro stabil.

Der Personalaufwand belief sich in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres auf 286,4 Millionen Euro, was einer Steigerung von 1,7 Prozent entspricht. Der Personalstand der Post sank innerhalb eines Jahres von 23.330 auf 22.952 Mitarbeiter. (APA, 13.5.2016)

  • Wie schon seit Jahren geht das Briefgeschäft zurück.
    foto: apa/jäger

    Wie schon seit Jahren geht das Briefgeschäft zurück.

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