Zeiler hatte Deal mit Kern

12. Mai 2016, 23:28
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Der Medienmanager sagt dem designierten SPÖ-Chef volle Unterstützung zu. Er wäre auf dem Parteitag in eine Kampfabstimmung gegen Werner Faymann gegangen

Wien – Medienmanager Gerhard Zeiler ist nicht enttäuscht, dass sich die SPÖ für ÖBB-Vorstand Christian Kern als Nachfolger von Werner Faymann entschieden hat. In der "Presse" berichtete er davon, dass Kern und er vor einigen Monaten die Vereinbarung getroffen hätten, den jeweils anderen zu unterstützen: "Das war eine klare Rollenverteilung."

Egal, was Kern brauche, er werde es von ihm bekommen, sagte Zeiler: "Beratung, meine Sicht und auch die ungeschminkte Wahrheit". Nach Darstellung Zeilers wäre er der Gegenkandidat geworden, hätte sich Faymann am Parteitag noch einmal der Wahl gestellt. Das sei nun nicht mehr nötig: "Faymann ist gegangen. Ich habe erreicht, was ich wollte."

SPÖ braucht Spagat in Flüchtlingspolitik

In der "Zeit im Bild 2" sicherte Zeiler am Abend Kern die volle Unterstützung zu: Er habe sich mit dem ÖBB-Chef nach Telefonaten am Sonntag und Dienstag schließlich am Donnerstag persönlich getroffen. Es sei wichtig, dass nun in der SPÖ Einigkeit herrsche. Es gehe darum, "den Stillstand, den wir in unserer Republik in vielen Bereichen haben, zu überwinden".

In der Flüchtlingspolitik müsse man in der SPÖ einen "Spagat gehen", meinte Zeiler. Einerseits mache ein Bild wie jenes eines ertrunkenen Flüchtlings betroffen. Andererseits brauche man auch Grenzkontrollen, sagte der Medienmanager. "Wir müssen schon wissen, wer in unser Land kommt." Es reiche nicht zu sagen, man macht die Grenzen auf: "Wir müssen die Deutschlehrer finden, Wohnungen bauen und finden. Wir müssen Arbeitsplätze schaffen."

Ablehnung von FPÖ-Koalition "Fehler"

In dem Parteitagsbeschluss, der eine Koalition mit der FPÖ ablehnt, sieht Zeiler einen Fehler, weil er der Realität nicht entsprochen habe. "Es gibt ja in vielen Gemeinden eine Zusammenarbeit zwischen SPÖ und FPÖ." Auf Bundesebene sei aber klar, dass "niemand in der Sozialdemokratie eine Koalition mit einer FPÖ machen wird, die sich nicht voll und ganz zu Europa bekennt". (red, APA, 12.5.2016)

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