Wenn es sich lohnt, ziehen Mäuse ihre Jungen gemeinschaftlich auf

16. Mai 2016, 08:00
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Hausmaus-Weibchen nutzen Gemeinschaftsnester, wenn ihre Wurfgrößen ähnlich sind

Zürich – Hausmäuse ziehen ihre Jungen häufig in einem gemeinschaftlichen Nest auf. Wie Zürcher Forscherinnen nun herausfanden, sind die Weibchen eher zur gemeinsamen Jungenaufzucht bereit, wenn die Wurfgrößen ähnlich sind und sich dadurch der Aufwand in etwa gleich verteilt.

Mehrere Hausmaus-Weibchen legen ihre Würfe oft in ein einziges Nest und kümmern sich gemeinsam um den Nachwuchs, auch wenn die Würfe einige Tage auseinander liegen. Da die Mäuse dann nicht mehr zwischen eigenen und fremden Jungtieren unterscheiden können, machen sie beim Säugen auch keinen Unterschied. Ein Weibchen mit mehr Jungtieren als die anderen investiert damit weniger Aufwand und Energie.

Um zu sehen, wie die Mäuse sich in dieser Situation verhalten, haben die Wissenschafterinnen für ihre Studie in den "Proceedings" der Royal Society B Abkömmlinge von wilden Hausmäusen in einem Laborexperiment beobachtet. Sie hielten jeweils zwei Schwestern zusammen mit einem Männchen in einer Gruppe und ließen sie Junge aufziehen.

Kosten-Nutzen-Rechnung

Mit Hilfe eines natürlich vorkommenden Genelements konnten sie die Wurfgröße vor der Geburt manipulieren. In der experimentellen Gruppe hatten die beiden Schwestern unterschiedliche Wurfgrößen. In der Kontrollgruppe waren die Wurfgrößen hingegen ähnlich.

Die Weibchen mit den unterschiedlichen Wurfgrößen verhielten sich weniger kooperativ und hatten weniger Gemeinschaftsnester, wie die Forscherinnen beobachteten. Sie schließen daraus, dass die Weibchen ihre Kooperationsbereitschaft einer Kosten-Nutzen-Rechnung unterziehen und sich so vor Ausbeutung schützen.

Die Wissenschafter beobachteten aber auch, dass jeweils einige Jungtiere des erstgebärenden Weibchens getötet wurden – unabhängig davon, ob die Weibchen ähnliche oder ungleiche Wurfgrößen hatten. (APA, red, 16.5.2016)

  • Wenn es sich auszahlt, werden Mäuse zu Kommunarden.
    foto: uzh

    Wenn es sich auszahlt, werden Mäuse zu Kommunarden.

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