Der Babyboom kommt in die Stadt

12. Mai 2016, 17:18
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In den Metropolen des Westens gibt es derzeit einen regelrechten Babyboom – in einigen der teuersten Städte kommen besonders viele Kinder zur Welt

Wien – Eine aktuelle Erhebung eines global agierenden Versicherungskonzerns legt nahe, dass das Anwachsen der Metropolen des Westens zu einem Babyboom führt. So kämen in den großen Städten der Industrienationen aktuell um durchschnittlich sieben Prozent mehr Kinder zur Welt als im jeweiligen Landesdurchschnitt.

Im Rahmen der Erhebung wurden die Geburtenraten in 41 europäischen und US-amerikanischen Städten mit mehr als einer Million Einwohnern mit den jeweiligen nationalen Geburtenraten verglichen.

So kommen in Lissabon derzeit etwa um 50 Prozent mehr Kinder zur Welt als durchschnittlich im Rest Portugals, in Bratislava um 31 Prozent und in Birmingham um 17 Prozent mehr als im jeweiligen Landesdurchschnitt. Auch in Wien erblicken mehr Kinder das Licht der Welt als durchschnittlich in Restösterreich – und zwar um 6,2 Prozent.

Teures Pflaster, nicht weniger Kinder

"Überraschenderweise haben wir in einigen Städten, in denen die Wohn- und Lebenshaltungskosten am höchsten sind, eine im Landesvergleich überdurchschnittliche Geburtenrate festgestellt", so die Studienautoren. Das gelte etwa für New York City, München oder London.

Bessere Arbeitsmöglichkeiten für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben und eine Infrastruktur mit besseren Kinderbetreuungsangeboten würden die Geburtenraten in den Metropolen steigen lassen, heißt es.

Außerdem dürften ein Mentalitätswandel gut situierter Paare in Sachen Elternschaft und mehr Zuwanderung in die Städte eine Rolle spielen, vermuten die Studienautoren. Welcher der genannten Faktoren wie viel Einfluss auf die Geburtensituation hat, wurde allerdings nicht erhoben.

Dennoch: die Bevölkerung schrumpft

Trotz der Gebärfreudigkeit der Städterinnen: Auch in den Metropolen mit Babyboom werden weniger Kinder geboren, als notwendig wären, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten oder steigen zu lassen. Einzig in Birmingham und Dallas kommen mit durchschnittlich 2,1 Babys pro Frau genügend Kinder zur Welt, damit sich eine Generation ohne Zuwanderung erneuert. In Brüssel, Stockholm, Oslo, London und New York liegen die Geburtenzahlen knapp unter der dafür notwendigen Reproduktionsrate. (APA, lima, 12.5.2016)

  • Gute urbane Infrastruktur legt vielen Paaren die Rutsche zur Elternschaft.
    foto: apa

    Gute urbane Infrastruktur legt vielen Paaren die Rutsche zur Elternschaft.

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