User-Wertung: Wie hat Ihnen "A Bigger Splash" gefallen?

Umfrage23. Mai 2016, 11:57
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Ehemalige Geliebte, ein Ex-Junkie und eine aufmüpfige junge Frau auf einer italienischen Insel – Das sind keine Zutaten für einen gelungen Urlaub. Aber für einen guten Film? Was sagen Sie zu "A bigger Splash"?

Marianne, ein Rockstar, und ihr Geliebter Paul, ein Kameramann, wären gerne allein geblieben. Die ursprüngliche Urlaubsidylle löst sich nach der Ankunft von Harry und dessen Tochter Pénélope nämlich rasch auf.

Henry ist Mariannes ehemaliger Geliebter und Produzent, der einst dafür sorgte, dass Paul und Marianne sich kennen lernten. Pénélope, erst seit einem Jahr als seine Tochter bekannt und das auch nicht mit 100prozentiger Sicherheit, gefällt sich im Lolita-Auftritt und scheint Interesse für Paul zu hegen. Der wiederum erweist sich – nach gescheitertem Selbtsmordversuch und erfolgreicher Entziehungskur – als emotional recht labil und vor allem eifersüchtig. Ein paar Abende, angespannte Situationen und sexuelle Verwicklungen später liegt ein Toter im Pool und der Rest steht verzweifelt drum herum.

"A Bigger Splash" ist eine recht lose Adaption von Jaques Dirays legendärem "Swimming Pool" (1969) mit Romy Schneider und Alain Delon. Das Remake lebt vor allem mit seinem Schauspielerensemble: Tilda Swinton, Matthias Schoenaerts, Ralph Fiennes und Dakota Johnson überzeugen die Kritik, der Rest des Films ruft unterschiedliche Meinungen hervor.

Was sagen die Kritiker?

Regisseur Guadagnino wisse "die Körperlichkeit seines Ensembles gewieft zu nutzen", heißt es im STANDARD. Es seien die "Gesten und Blicke", die "von der Ambivalenz der Figuren zueinander erzählen". Allein wegen Ralph Fiennes Darbietung, der als Henry alle Aufmerksamkeit an sich reiße, lohne sich der Kinobesuch. Allerdings, so die Kritik, sei es schwierig in "A Bigger Splash" zwischen "Pose und aufrichtig empfundenen Gefühl zu unterscheiden". Letztlich würden sich Regisseur und Drehbuchautor das Drama flach halten, sich auf ihrem Weg verzetteln und "ein paar Runden zu viel mir Andeutungen" zu arbeiten.

In der "TAZ" wird gerade die Regiearbeit gelobt. Obwohl man glaube zu wissen, worauf die Situation auf der Insel hinauslaufen werde, necke Guadagninos Film "so spielerisch mit sprunghaften Schnitten, Fokusverschiebungen und überraschenden Kameraperspektiven, dass man sich ganz in der eigenartigen Urlaubsatmosphäre von Traumvilla und der rauen Schönheit Pantellerias zu verlieren droht." Im Nichtstun der Figuren, für das man sie zunächst beneiden möchte, liege zugleich "eine kaum zu ertragende Spannung". Das Schauspielerensemble vermöge es, die Figuren mit so vielen Dimensionen zu versehen, "dass aus jedem Blickwechsel, jedem vielsagend gesenkten Kopf, jeder lässig zuckenden Schulter ein kleines Drama erwächst."

Interessant auch, die gegensätzliche Beurteilung von STANDARD und der "TAZ" geht es um Detail des Filmes. Die Flüchtlingskrise ist allgegenwärtig auf der Trauminsel und die lakonischen Bemerkungen des Polizeichefs bringen den existenziellen Kampf der Geflohenen den Lusxusproblemen der Protagonisten gegenüber. Der "STANDARD" sieht hierin eine etwas zu forcierte Positionierung zur Gegenwart, in der TAZ hingegen wird diese Wendung als treffender Kommentar zur Instrumentalisierung "vom Nachrichtenhintergrund über die Drohkulisse bis zum willkommenen Sündenbock" von Flüchtlingen gewertet

Was sagen Sie?

Wie hat Ihnen "A Bigger Splash" gefallen? Können Sie mit einzelnen Aspekten der Kritik etwas anfangen, oder haben Sie eine gänzlich andere Meinung zu dem Gesehenen? (jmy, 23.5.2016)

  • Rockstar (Tilda Swinton) und Liebhaber (Matthias Schoenaerts) vor dem Sturm.
    foto: constantin film

    Rockstar (Tilda Swinton) und Liebhaber (Matthias Schoenaerts) vor dem Sturm.

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