Kämpfe in Aleppo flammen nach Ende der Waffenruhe wieder auf

12. Mai 2016, 16:06
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Beobachter: Rebellen nehmen Alawiten-Dorf in Syrien ein

Aleppo – Im nordsyrischen Aleppo sind nach Ablauf einer lokalen Waffenruhe die Kämpfe zwischen Regimetruppen und Rebellen wieder aufgeflammt. Ab Mitternacht flogen Kampfjets der Regierung Angriffe auf verschiedene Bezirke in Rebellenhand, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mitteilte.

Demnach beschossen im Gegenzug Aufständische Gebiete, die von Einheiten des syrischen Machthabers Bashar al-Assad kontrolliert werden.

Zuvor hatte das Regime die Waffenruhe für Aleppo nicht noch einmal verlängert. Die Feuerpause war Mitte vergangener Woche von den USA und dem engen Regime-Verbündeten Russland ausgehandelt worden, nachdem eine landesweit geltende Kampfpause immer brüchiger geworden war.

Aleppo gilt als das wichtigste Schlachtfeld in dem seit mehr als fünf Jahre andauernden Konflikt. Die Stadt wird teilweise von Einheiten Assads, teils von Rebellengruppen kontrolliert. Das Regime versucht, die letzte Nachschubroute der Aufständischen zu kappen und die Rebellen in Aleppo einzuschließen. In den Wochen vor Inkrafttreten der örtlichen Waffenruhe war die Gewalt eskaliert.

Rebellen haben unterdessen nach Informationen einer Menschenrechtsgruppe das von syrischen Regierungstruppen kontrollierte Alawiten-Dorf Al-Zara im Westen des Landes erobert. Die dort lebenden Zivilisten seien verschleppt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle. Das Dorf liegt etwa 35 Kilometer nördlich der Stadt Homs.

Zu den Angreifern gehörten auch Extremisten der Al-Nusra-Front, teilte die Beobachtungsgruppe mit. Syriens Präsident Assad gehört zu den Alawiten, die dem schiitischen Islam zugerechnet werden. Die Al-Nusra-Front kontrolliert bereits viele Ortschaften in Syrien, die mehrheitlich von Alawiten bewohnt werden. (APA, 12.5.2016)

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