Sunrise startete mit schwarzen Zahlen in das neue Geschäftsjahr

12. Mai 2016, 15:14
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Reingewinn von 7 Mio. Franken im ersten Quartal, nach Verlust von 167 Mio. Franken im Vorjahresquartal

Nach dem Riesenverlust im Vorjahr ist der Schweizer Telekomanbieter Sunrise mit schwarzen Zahlen ins 2016 gestartet. Beim Umsatz musste der zweitgrößte Telekomkonzern der Schweiz zwar Einbußen hinnehmen. Dank Kosteneinsparungen verbesserte sich aber die Profitabilität.

Der Umsatz schrumpfte im ersten Quartal um 8,8 Prozent auf 446 Mio. Franken (401,8 Mio. Euro). Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) kletterte indes um 4,8 Prozent auf 139 Mio. Franken.

Reingewinn von 7 Mio. Franken

Unter dem Strich erzielte Sunrise einen Reingewinn von 7 Mio. Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab. Im Vorjahresquartal hatten die Kosten für den Börsengang sowie die Schuldenrefinanzierung einen happigen Verlust von 167 Mio. Franken eingebrockt. Das Ergebnis sei im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, sagte Finanzchef Andre Krause in einer Telefonkonferenz.

Damit hat Sunrise die Erwartungen der Analysten beim Umsatz verfehlt, beim Gewinn allerdings etwas übertroffen. An der schwächeren Schweizer Börse legte die Aktie bis gegen 10.40 Uhr um 5,9 Prozent auf 62,10 Franken zu. Trotzdem ist der Titel immer noch weiter unter dem Ausgabepreis von 68 Franken beim Börsengang vor einem Jahr.

Wenig Gewinn

Als Grund für den Umsatzrückgang nennt Sunrise, dass weniger Handys verkauft und das Handelsgeschäft mit Telefonminuten (Hubbing) zurückgefahren worden sei. Dieses Handelsgeschäft und der Geräteverkauf bringen zwar Umsatz, aber üblicherweise nur wenig Gewinn. Die beiden Effekte seien für mehr als die Hälfte des Umsatzrückgangs verantwortlich gewesen, schrieb Sunrise.

Zudem schlug die Senkung der Tarife für die Benutzung des Handys im Ausland (Roaming) zu Buche. Außerdem gab es Einbußen bei den Prepaidhandykunden sowie in der Festnetztelefonie. Die Zahl der Prepaidkunden habe um 10 Prozent abgenommen, weil unter anderem immer mehr Leute auf Abos wechseln würden, hieß es.

Dass es dennoch gelungen sei, den Gewinn zu steigern, sei auf Effizienzverbesserungen und weniger Geräteumsätze mit geringer Marge zurückzuführen, hieß es weiter. Sunrise konnte die bereinigten Betriebskosten um gut 11 Prozent senken. Die Zahl der Vollzeitstellen sank um rund 190 auf 1.691 per Ende März.

Leitungsteam

An den Zielen hielt der neue Sunrise-Chef Olaf Swantee fest, der Anfang Woche sein Amt angetreten und seinen Vorgänger Libor Voncina abgelöst hat. Für das Gesamtjahr werde ein Umsatz von 1,89 bis 1,93 Mrd. Franken erwartet. Der bereinigte EBITDA solle zwischen 600 und 620 Mio. Franken erreichen. Gleich zum Amtsantritt nahm Swantee Veränderungen im Topmanagement vor. Geführt wird das Unternehmen neu von einem Leitungsteam, das sieben Bereiche umfasst. (APA, 12.5. 2016)

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