Industrie und Landesregierung wollen exzellentes Vorarlberg

12. Mai 2016, 15:09
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Hoch hinaus will die Vorarlberger Industriellenvereinigung. Bei Gebäuden, aber auch bei der Qualität des Standorts

Bregenz – Die Vorarlberger Industriellenvereinigung (IV) und Landesregierung wollen den Standort stärken. "Vom Mittelmaß zur Exzellenz" lautet die Devise der Industriellen. Man habe dazu einen vielversprechenden Prozess gestartet, berichteten Landeshauptmann Markus Wallner (VP), sein Stellvertreter Karlheinz Rüdisser (VP) und IV-Präsident Martin Ohneberg am Donnerstag. Einig sei man sich über die zentralen Schwerpunkte Infrastruktur und Raumplanung, Innovation und Bildung, einen Markenbildungsprozess für Vorarlberg und grenzüberschreitende Benchmarks und Kooperationen.

Was die Infrastruktur betrifft, sind Bahnprojekte wie der Ausbau des Güterbahnhofs Wolfurt auf Schiene. Insgesamt stemme man mit den ÖBB ein Paket im Ausmaß von 340 Millionen Euro, sagte Wallner. Die seit Jahrzehnten geforderte Straßenverbindung zwischen Vorarlberger und dem Schweizer Autobahnnetz fehle aber noch, urgiert die Industriellenvereinigung.

In Sachen Innovation sieht Wallner das Land gut aufgestellt. Man habe das Forschungsbudget der Fachhochschule um 1,5 Millionen auf fünf Millionen Euro erhöht. Jetzt erwarte man sich dazu Drittmittel: "Das Angebot an die Industrie steht."

Hohe Gebäude, aber keine Großstadt

Nicht einig sind sich die "Exzellenz"-Partner in Sachen Bürokratieabbau. Die Industriellenvereinigung wünscht sich dazu einen Regierungsbeauftragten für Deregulierung, befristet auf drei Jahre. Die Landesregierung sieht diese Aufgaben beim Landesamtsdirektor und einer eigens geschaffenen Kommission gut aufgehoben. Ohneberg: "Wir werden schauen, ob die Kommission ausreicht."

Mehr Übereinstimmung gibt es bei der Raumplanung. Den Wunsch der Industrie nach Genehmigung höherer Bauten wird immer öfter erfüllt. Karlheinz Rüdisser, zuständig für Wirtschaft und Raumplanung: "Wir werden uns an höhere Gebäude gewöhnen müssen, um den Intentionen der Industrie gerecht zu werden. Gleichzeitig dürfen wir unsere architektonischen Ansprüche nicht preisgeben."

Als gelungenes Beispiel nennt er die im Bau befindliche Zentrale des Seilbahnunternehmens Doppelmayr. Hier wurde die für Vorarlberg ungewöhnliche Höhe von 28 Metern genehmigt. "Und das gut eingepasst am Rande der Grünzone", sagt Rüdisser. Bei Hochregallagern, über die in den Standortgemeinden heftig diskutiert wird, will man künftig bei Genehmigungen noch großzügiger sein. Die IV-Zukunftsvision "Großstadt Rheintal" teile man aber nicht, sagte Wallner: "Der Begriff Großstadt ist irreführend, dieses Bild verfolgen wir nicht gemeinsam."

Industrie braucht Fläche

Einig sind sich Regierungszuständige und IV-Vertreter, dass Flächen im Rheintal knapp sind. Über die Möglichkeiten der Mobilisierung würde nachgedacht. Ohneberg hätte gern aktive Bodenpolitik von Land und Gemeinden zur Entwicklung interkommunaler Industriegebiete. "Diese Flächen müssten dann in einer bestimmten Frist genutzt werden. Geschieht das nicht, gehen sie an Land oder Gemeinde zurück."

Vom Standard der Grundstückshortung durch Industrielle angesprochen, sagt Ohneberg: "Grund sollte als produktives Vermögen, nicht als Spekulationsobjekt gesehen werden. In bestehende Eigentumsrechte einzugreifen, wird aber nicht gehen." Sein Rezept: "Wir müssen Überzeugungsarbeit leisten."

Als nächstes gemeinsames Projekt starten Regierung und Industriellenvereinigung einen Markenbildungsprozess. Man will Vorarlberg zur Marke machen, damit Wirkung nach außen und Identitätsbildung nach innen erreichen. Als Vorbild nennt Ohneberg Südtirol. (Jutta Berger, 12.5.2016)

  • Vorarlbergs Landeshauptmann Wallner, Landesrat Rüdisser, Martin Ohneberg und Mathias Burtscher von der Industriellenvereinigung berichten über gemeinsame Ideen.
    foto: iv vorarlberg

    Vorarlbergs Landeshauptmann Wallner, Landesrat Rüdisser, Martin Ohneberg und Mathias Burtscher von der Industriellenvereinigung berichten über gemeinsame Ideen.

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