59 Prozent der Studierenden wohnen noch bei ihren Eltern

12. Mai 2016, 14:27
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Zahl hat sich laut Studie seit 2010 mehr als verdoppelt

Junge Österreicher werden laut der "Wohnstudie 2016" zu Nesthockern: 59 Prozent der Studierenden wohnen laut der Umfrage noch zu Hause bei ihren Eltern. Diese Zahl habe sich seit 2010 mehr als verdoppelt, sagte S-Bausparkasse-Generaldirektor Josef Schmidinger am Donnerstag bei der Präsentation der Studie von Erste Bank und S-Bausparkasse.

Während es für junge Menschen demnach immer schwieriger wird, sich das Zuhause zu finanzieren, ist die Wohnzufriedenheit bei denen, die schon eines haben, mit 83 Prozent hoch. Die Herausforderung der kommenden Jahre werde sein, eine der laut Schmidinger "international qualitativ besten Wohnsituationen" auch zu halten.

Denn Leistbares wird nicht nur von jungen Menschen dringend benötigt, sondern auch von Asylberechtigten. Und die Latte liegt hoch: 56 Prozent der Befragten wohnen in einem Eigenheim, die durchschnittliche Wohnfläche liegt bei 116 Quadratmetern. 43 Prozent nehmen oder nahmen für das Eigenheim eine Fremdfinanzierung in Anspruch, 21 Prozent davon einen Wohnkredit.

Flächen als Hauptthema

Nur 32 Prozent der Befragten gaben übrigens an, dass ihr Zuhause mit Mitteln der Wohnbauförderung errichtet wurde, in Wien waren das überhaupt nur 14 Prozent. "In den Bundesländern erleben die Eigenheimbesitzer die Wohnbauförderung direkter", erklärte Schmidinger diese Fehleinschätzung. Hier müsse man politisch nachschärfen.

In puncto Wohnbauinvestitionsbank, mit der, wie berichtet, der Wohnbau angekurbelt werden soll, gebe es nun noch "einige Teilpunkte" abzuklären. Zahlreiche Projekte würden 2017 bzw. 2018 in Bewegung kommen, bis zu 14.000 leistbare Wohnungen in Wien entstehen.

"Aber die Bank war immer ein subsidiäres Thema", so Schmidinger. Hauptthema sei, dass es ausreichend Flächen geben muss – und dass auf diesen auch Projekte umgesetzt werden müssen. "Die individuellen Ansprüche werden oft höher gestellt", sagte Schmidinger mit Blick auf die Aufregung rund um Ziesel beim Heeresspital: "Wenn wir nicht bauen können, weil wir es nicht schaffen, die Wohnungsschaffung in unseren Lebensräumen zu etablieren, dann brauchen wir auch keine Wohnbauinvestitionsbank." (zof, 12.5.2016)

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