410 Drohnen wurden im Vorjahr bewilligt

12. Mai 2016, 14:16
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Austro-Control: Einsatz der Drohnen vor allem für Kontrolle von Plantagen und Wäldern

Wien – Die Austro Control, die österreichische Flugsicherung, beschäftigt sich zusehends mit der Genehmigung von Drohnen. Seit der Novelle zum Luftfahrtgesetz Anfang 2014 gingen um die 1.200 Anträge zur Bewilligung ein, rund zwei Drittel wurden gebilligt. Im Vorjahr wurden 410 Drohnen bewilligt. Heuer rechnet mit etwa 100 zusätzlichen Anträgen pro Monat. "Hauptsächlich werden Drohnen angemeldet, die zum Filmen geeignet sind", erklärte Austro-Control-Geschäftsführer Heinz Sommerbauer. Sie würden besonders für das Kontrollieren von Obstplantagen, Wäldern und Rohrleitungen verwendet.

Die Austro Control hat im Vorjahr ihr bestes Geschäftsergebnis erzielt und einen Umsatz von 265,5 Mio. Euro (+3,2 Prozent) erwirtschaftet. Unterm Strich blieb ein Jahresgewinn von 12,9 Mio. Euro, nach 1,8 Mio. im Jahr 2014, wobei die Austro Control spürbar von der Zinsentwicklung profitierte, wie sie am Donnerstag bekannt gab. Der Luftverkehr legte um 1,3 Prozent zu.

Sommerbauer verwies auf einen erneuten Spitzenwert beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, dieses schoss von 27,7 Mio. Euro im Jahr 2014 auf 43,1 Mio. Euro in die Höhe. Dieses Ergebnis sei zum Großteil der Zinsentwicklung und einer verbesserten Kostenstruktur geschuldet.

Die Flugbewegungen haben in Europa 2015 um 1,5 Prozent zugenommen, in Österreich waren es 1,3 Prozent. Das Plus liegt laut Sommerbauer hauptsächlich an den Umfliegungen des gesperrten Ukraine-Luftraums. Die Verkehrsströme in den Nahen Osten nahmen um 5,6 Prozent zu, die Flugbewegungen nach Fernost stiegen sogar um 21,6 Prozent. Eine Gegenentwicklung könnten heuer die Urlauber bringen. "Wenn viele Deutsche und Holländer ihre Ferien in Spanien verbringen, wird der Ukraineeffekt aufgehoben", so Sommerbauer.

Mit einem Pünktlichkeitswert von 0,09 Minuten Verspätung pro Flug ist die österreichische Luftraumüberwachung pünktlicher als der europäische Durchschnitt. Dieser liegt bei 0,73 Minuten.

Die Landungen auf österreichischen Flughäfen legten um 0,5 Prozent zu, die größten Zuwächse gab es in Graz (+7,4 Prozent) und Innsbruck (+7,1 Prozent). Am Flughafen Wien kamen um 1,7 Prozent weniger Flugzeuge an, jedoch beförderten die Maschinen mehr Passagiere. Die Verspätungen der Starts und Landungen in Wien erhöhten sich im Vorjahr wetterbedingt von 0,37 Minuten auf 0,48 Minuten.

Die Verhandlungen mit der EU-Kommission über die Leistungsvorgaben für die Regulierungsperiode 2015 bis 2019 sind abgeschlossen. Es wurden eine Verspätung von maximal 0,19 Minuten pro Flug und eine durchschnittliche Senkung der regulierten Gebührenrate um 1,6 Prozent vereinbart.

Mit der Implementierung des "Free Route"-Luftraumkonzepts zur Verkürzung von Flugstrecken im europäischen Luftraum wurde bereits 2012 begonnen. 2016 wird das "Free Route"-Projekt mit der slowenischen Flugsicherung abgeschlossen, damit wird dies der erste Free-Route-Luftraum ohne Beschränkung sein. Bis 2019 sollen Flugrouten im europäischen Luftraum mit dem Konzept um rund 15 Millionen Kilometer verkürzt und die CO2 Emissionen um bis zu 172.000 Tonnen reduziert werden. Damit können etwa 80 bis 100 Mio. Euro eingespart werden.

Die Mitarbeiterzahl sank leicht auf 987. "Bei fallender Mitarbeiterzahl, haben wir aber eine steigende Zahl an Lotsen", so Sommerbauer. Ende Mai würden wieder Lotsen rekrutiert werden, von allen Bewerbern schaffen es lediglich 5 Prozent ans Pult. (APA, 12.5.2016)

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    foto: apa/dpa/julian stratenschulte
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