Griechenland: Proteste gegen Sparmaßnahmen gehen weiter

12. Mai 2016, 13:35
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Gesundheits- und Energiebeschäftigte am Donnerstag auf der Straße. Lichtblick am Arbeitsmarkt

Athen – Die Proteste gegen neue Sparmaßnahmen in Griechenland setzen sich fort. Nachdem das griechische Parlament am vergangenen Sonntag ein umfassendes Sparpaket abgesegnet hatte, demonstrierten am Donnerstag in Athen Berufstätige aus dem Gesundheits- und dem Energiesektor.

Auch die Rechtsanwälte kündigten die Fortsetzung ihres Ausstands an. Lehrer stehen ebenfalls in den Startlöchern, berichten griechische Medien übereinstimmend. Das ist besonders heikel, weil in Griechenland landesweite Matura-Prüfungen ansteht.

Weitere Einsparungen

Die griechische Regierung muss in den nächsten Wochen noch weitere Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen durchsetzen, um eine Chance auf zusätzliche Hilfsmilliarden seiner Gläubiger zu haben. Das hoch verschuldete Land hatte sich im vergangenen Sommer dazu verpflichtet, Maßnahmen in Höhe von mindestens 5,4 Milliarden Euro umzusetzen.

Der Internationale Währungsfonds fordert zusätzliche Sicherheiten, falls das Wirtschaftswachstum des Landes nicht den Prognosen entsprechen oder die Sparmaßnahmen nicht wie gewünscht greifen sollten.

Arbeitslosigkeit auf Vierjahrestief

Der Jobmarkt in Griechenland sorgt indes für leichte Lichtblicke. Die Arbeitslosenquote sank im Februar auf 24,2 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Mai 2012, wie das nationale Statistikamt Elstat am Donnerstag mitteilte.

Im Jänner lag der um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Wert noch bei 24,4 Prozent, das Rekordhoch während der langjährigen Rezession im September 2013 bei 27,9 Prozent. Nach Angaben der Statistiker waren im Februar 1,16 Millionen Menschen offiziell arbeitslos gemeldet. Am stärksten betroffen waren demnach junge Leute. Die Zahl der arbeitslosen 15- bis 24-Jährigen fiel zwar leicht auf 51,4 von 51,8 Prozent, blieb aber auf hohem Niveau.

Das hoch verschuldete Land kämpft immer noch mühsam gegen die Folgen der Rezession von 2008 bis 2013. Nur 2014 gab es in kleines Wachstum. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Wirtschaft erneut leicht, für 2016 erwartet die EU-Kommission ein Minus von 0,3 Prozent. (APA, 12.5.2016)

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