Britisches AKW Hinkley Point wird noch teurer

12. Mai 2016, 13:25
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Die Kosten wachsen laut Projektbetreiber EdF womöglich auf umgerechnet 26,5 Milliarden Euro. Noch im Oktober lagen Schätzungen bei 23 Milliarden

Paris – Ein geplanter AKW-Neubau in Großbritannien könnte den französischen Versorger EdF mehr Geld kosten als gedacht. Das Projekt "Hinkley Point" werde womöglich umgerechnet rund 26,5 Mrd. Euro verschlingen, teilte das Unternehmen am Donnerstag vor seiner Hauptversammlung mit. Noch im Oktober wurden die Kosten auf rund 23 Mrd. Euro geschätzt.

Auf EdF könnten 17,5 Mrd. Euro der Summe entfallen, der Rest auf den chinesischen Partner CGN.

Von der endgültigen Investitionsentscheidung bis zur Inbetriebnahme des ersten Reaktors dürften neuneinhalb Jahre vergehen, teilte EdF mit. Die Entscheidung ist bereits einige Male verschoben worden, zuletzt auf September. Zunächst müssten drei Bedingungen erfüllt sein, hatte der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron gesagt. Dazu zähle unter anderem die Stärkung der finanziellen Lage von EdF. Zudem müssten die Pläne zum Bau des Atomkraftwerks realisierbar sein und mit den Gewerkschaften beraten werden.

Die französische Regierung, die 85 Prozent an EdF hält, hat den Konzern trotz der hohen Kosten aufgefordert, am britischen Atom-Neubau festzuhalten. "Hinkley Point" ist das erste neue AKW-Projekt in der Europäischen Union seit der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima 2011. Wegen der hohen Kosten trat zuletzt EdF-Finanzchef Thomas Piquemal zurück. Auch die Aufsichtsbehörden haben vor Risiken gewarnt. (APA/Reuters, 12.5.2016)

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