Grödig: "Die zweite Liga ist finanziell schwierig"

12. Mai 2016, 13:15
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Grödig hadert mit dem Schicksal. Das drittes Saisonviertel und zahlreiche Transferabgänge brachen dem Absteiger das Genick. Manager Haas geht es naturgemäß "nicht gut"

Grödig – Drei Jahre nach dem gefeierten Aufstieg in die Bundesliga hat der SV Grödig seinen bisher bittersten Moment erlebt. Eine 1:2-Heimniederlage gegen den nun schon 13 Runden ungeschlagenen Meister Red Bull Salzburg besiegelte am Mittwochabend den Grödiger Abstieg in die Zweitklassigkeit. "Wir sind aber nicht heute abgestiegen, sondern in den 34 Runden davor", sagte Trainer Peter Schöttel.

Vor allem der Nachsatz des ehemaligen Rapid-Betreuers brachte es auf den Punkt: "Das Frühjahr war sehr schwierig." In der Tat, denn zur Liga-Halbzeit nach 18 Runden waren die Grödiger noch mit 23 Punkten Sechster. Doch in den folgenden elf Partien gelangen dem Team, das in der 24. Runde auf den Abstiegsplatz abrutschte, nur zwei Zähler. Erst am 9. April holte Grödig mit dem 2:0-Sieg bei der Wiener Austria nach mehr als vier Monaten Pause wieder drei Punkte – zu spät, um noch das Ruder herumzureißen.

Manager Christian Haas war am Mittwochabend sichtlich geschockt. "Es geht mir nicht gut, man kann noch nicht realisieren, was das bedeutet. Viele im Verein werden das erst realisieren, wenn Kaliber wie Red Bull, Rapid und die Austria nicht mehr nach Grödig kommen", meinte der 38-Jährige, auf den nun extrem viel Arbeit wartet. Denn laut Haas haben nur zwei seiner Spieler für die kommende Saison einen Vertrag, der auch für die Erste Liga gilt.

Aderlass

"Ich weiß genau, dass die Sky Go Erste Liga finanziell eine sehr schwierige Liga ist", erklärte Haas, der sich am Donnerstag mit Schöttel und den anderen Verantwortlichen im Verein zusammensetzen wollte, um "alles weitere zu entscheiden". "Wir müssen jetzt schauen, wie unser Budget ausschaut, dann sehen wir, wie es weitergeht. Die zweite Liga ist für die meisten Vereine in der aktuellen Form unfinanzierbar", betonte Haas, der deshalb gespannt auf die bevorstehende Liga-Reform blickt, die ab der Saison 2017/18 in Sachen Finanzierbarkeit eine Besserung für die Clubs der zweithöchsten heimischen Spielklasse bringen soll.

"Wenn man nach 35 Runden Letzter ist, ist man verdient Letzter. Es ist schwierig zu sagen, was letztendlich den Ausschlag gegeben oder gefehlt hat, letztlich waren es in allen Bereichen ein paar Prozent. Im Herbst haben wir guten Fußball gespielt, der Abgang von Lucas Venuto hat uns schon wehgetan", erinnerte Haas in der bittersten Stunde seiner Managerkarriere daran, dass sein mit sieben Treffern erfolgreichster Torschütze in der Winterpause zur Wiener Austria gewechselt war.

Doch die vielen Abgänge von Schlüsselspielern in den Transferperioden waren eine finanzielle Notwendigkeit für Grödig, so Haas. "Der Verein ist darauf aufgebaut, wir haben Transfererlöse von drei Millionen Euro gemacht. Ohne diese Einnahmen wären die Bundesliga-Budgets gar nicht möglich gewesen." (APA, red, 12.5.2016)

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