Tom Callaghan: Durchs wilde Kirgisistan

12. Mai 2016, 13:14
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In "Tödlicher Frühling" wirde eine wüste Geschichte aufgetischt

Akyl Borubaew hat keinen leichten Job. Als Mordermittler sowieso nicht, aber in Kirgisistan ist alles noch ein wenig schwieriger. Er muss ein abscheuliches Verbrechen aufklären. Mehrere vergrabene Kinderleichen tragen ein Band, das sie als Waisenkinder ausweist.

Nun bedeuten in armen Ländern Waisen sowohl eine Last als auch eine lukrative Einnahmequelle. Zahlende Adoptionswillige aus dem Ausland können versorgt werden, die Übriggebliebenen kann man an Kinderpornoringe verhökern. Das weiß Akyl gut, denn er ist im Waisenhaus aufgewachsen. Dem Polizeiapparat ist nicht zu trauen. Zum Glück steht Akyl eine messerwerfende Agentin zur Seite.

Was Tom Callaghan da auftischt, ist eine übertrieben wüste Geschichte, in der wenig geredet, dafür geschlagen und geschossen wird. Großes Plus: die unfassbar schöne Landschaft zwischen Bischkek und Karakol mit dem See Issyk-Kul, in dessen Oberfläche sich die Gletscher des Tienschan spiegeln. Der wahre Horror: die ortsübliche Lammsuppe. (Ingeborg Sperl, Album, 12.5.2016)

  • Tom Callaghan, "Tödlicher Frühling". Deutsch: K. Lutze, S. Leeb. € 15,50 / 350 Seiten. Atlantik, Hamburg 2016
    cover: atlantik

    Tom Callaghan, "Tödlicher Frühling". Deutsch: K. Lutze, S. Leeb. € 15,50 / 350 Seiten. Atlantik, Hamburg 2016

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