"Ticket Gretchen": App bündelt Kartenverkauf für Wiener Bühnen

12. Mai 2016, 12:38
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Gründer Graf: "Kultur einfach zugänglich machen und auf die Smartphones der Menschen bringen"

Neun Bühnen, aber nur eine App: Mit "Ticket Gretchen" sind ab sofort Karten für Aufführungen im Volkstheater, dem Theater in der Josefstadt sowie den Häusern der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) verfügbar. Am Donnerstag wurde die Applikation, die in den vergangenen Jahren entwickelt und seit Herbst für die Josefstadt schon getestet wurde, präsentiert. Weitere Angebote sollen künftig hinzukommen.

Ein Hauch Silicon Valley

VBW-Generaldirektor Thomas Drozda sprach gar von "einem Hauch Silicon Valley", den die Anwendung in Kooperation mit dem Wiener Bühnenverein in die Bundeshauptstadt bringe. Laut Wolfgang Graf, der "Ticket Gretchen" gemeinsam mit Gerald Stockinger gegründet hat, sei insbesondere die Verbindung der "sehr heterogenen Ticketsysteme" eine Herausforderung gewesen. Um die App entsprechend anbinden zu können, müsse diese mit den Systemen "live kommunizieren". Das Endergebnis – eine Mischung aus informativem Überblick über das Bühnengeschehen der beteiligten Häuser und anschließender Kaufmöglichkeit – soll "Kultur einfach zugänglich machen und auf die Smartphones der Menschen bringen".

Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), der auch für die Digitalagenden der Stadt zuständig ist, begrüßte das neue Angebot. "Der digitale Fußabdruck mancher Kulturinstitutionen in Wien ist, im internationalen Vergleich gesehen, verbesserungswürdig." Somit sei die App "ein wichtiges Mosaiksteinchen". Er hofft darauf, dass viele weitere Bühnen folgen werden. Wobei sich "Ticket Gretchen" keineswegs auf die Sparte (Musik-)Theater beschränken soll: Auch Institutionen aus den Bereichen Musik, Kabarett oder Museen sollen angesprochen werden, wie Graf darlegte.

Kostenlos für Android und iOS

Die App selbst ist für den Endnutzer kostenlos, der laufende Betrieb finanziert sich über die teilnehmenden Häuser. Diese haben, gestaffelt nach Größe, Einrichtungskosten für das Setup, eine laufende monatliche Abgeltung sowie eine Abgeltung pro verkauftem Ticket zu entrichten, erläuterte Graf auf Nachfrage. Eine manuelle Wartung der Inhalte sei wiederum nicht notwendig, da diese automatisch von der App von Websites oder Social-Media-Auftritten abgegriffen werden. "Uns war eine neutrale und unabhängige App wichtig", sagte Graf. Das bedeute konkret: Keine Preisaufschläge für die Tickets, keine Werbung und ein seriöser Umgang mit den Daten.

ticket gretchen

Dem Konsument will man mit "Ticket Gretchen" alles Wesentliche in die Hand geben: Den Überblick über aktuelle Produktionen, eine Sitzplatzvisualisierung für den Kartenkauf und schließlich das digitale Ticket (mittels QR-Code) am Smartphone. Das Theater in der Josefstadt sei bis dato sehr zufrieden mit der Anwendung, unterstrich dessen kaufmännischer Geschäftsführer Alexander Götz. Seit Oktober habe es rund 3.000 Downloads gegeben, Kartenverkäufe passieren täglich über das Angebot. Und mit diesem strecken die Entwickler auch die Fühler über Wiens Stadtgrenzen hinaus: Bereits jetzt verhandelt man in Innsbruck, Berlin und New York, um einen Markteinstieg zu wagen. (APA, 12.5. 2016)

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    foto: "ticket gretchen"
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