Morddrohung nach verweigertem Handschlag mit AfD-Politikerin

12. Mai 2016, 11:41
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Stuttgarter SPD-Abgeordneter erhielt anonyme Drohung

Stuttgart/Berlin – Ein SPD-Landtagsabgeordneter aus Baden-Württemberg hat eine anonyme Morddrohung erhalten, nachdem er einer AfD-Politikerin den Handschlag verweigerte. Die Drohung sei am Mittwoch in seinem Büro in Esslingen eingegangen und hänge möglicherweise mit dem Bericht darüber zusammen, dass er einer AfD-Abgeordneten nicht die Hand gegeben habe, sagte der SPD-Politiker Wolfgang Drexler im Südwestrundfunk.

In dem Drohbrief heißt es laut Drexler: "Wer gegen die AfD ist, muss ermordet werden." Die Drohung richte sich auch gegen eine Familienangehörige. Er habe den Drohbrief an die Polizei übergeben. Der SWR hatte das Video, in dem zu sehen ist, wie Drexler der neuen AfD-Abgeordneten Christina Baum den Handschlag verweigert, im sozialen Netzwerk Facebook publik gemacht.

Ermittlungen

Nach der anonymen Morddrohung nahm der Staatsschutz in Deutschland Ermittlungen auf. Es werde versucht, den Absender der E-Mail ausfindig zu machen. Es müsse geklärt werden, über welche IP-Adresse das Schreiben versandt worden sei.

AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen distanzierte sich am Donnerstag von der Drohung. Das sei "starker Tobak" und habe nichts mit der AfD zu tun: "In meiner Partei macht niemand so etwas." Er habe keine Ahnung, wer dahinter stecke. Zugleich kritisierte Meuthen das Verhalten Drexlers. Man könne unterschiedlicher Meinung sein, aber sich nicht die Hand zu geben, sei eine "ungeheuerliche Stillosigkeit – armselig". (APA, 12.5.2016)

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