Was Windows 10 ab 30. Juli kosten wird

12. Mai 2016, 09:53
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Nutzer müssen Vollpreis zahlen – Gratis-Update weiterhin für User mit körperlichen Einschränkungen

Lange hat Microsoft ein Mysterium daraus gemacht, wie es mit dem Gratis-Update von Windows 8 und 8.1 auf Windows 10 weitergehen wird, wenn die einjährige Frist mit 29. Juli verstreicht. Vor kurzem hat der IT-Riese nun klar gestellt: Gar nicht.

Entgegen der Erwartung einiger Beobachter will das Unternehmen die kostenlose Aktualisierung ab 30. Juli nicht mehr anbieten. Wer ab diesem Zeitpunkt auf die neueste Generation von Windows umsteigen möchte, wird den Vollpreis zahlen müssen.

135 und 279 Euro

Dieser liegt bei 135 Euro für die normale Ausgabe von Windows 10. Wer die Pro-Version benötigt, die einige zusätzliche Features mitbringt, die vor allem für kleine und mittelständische Betriebe von Interesse sind, muss 279 Euro ausgeben.

Es gibt allerdings Ausnahmen von der Regel. Etwa die Enterprise-Variante von Windows, also die Version für größere Firmen. Hier schnürt Microsoft individuelle Lizenzpakete. Für diese Ausgabe griff dementsprechend die kostenlose Aktualisierung auch nicht.

Weiter kostenlos für User mit Einschränkungen

Das Gratis-Update wird allerdings für eine Nutzergruppe bestehen bleiben. Nämlich jene Menschen, die auf "assistive Technologien" angewiesen sind, wie es Microsoft in einem Blogbeitrag formuliert. Windows 10 kann etwa mit speziellen Tastaturen genutzt und auch mit Mäusen gesteuert werden, die man mit dem Kopf oder Mund lenkt. Wie weit Microsoft diesen Userkreis letztlich fasst, steht bis dato nicht fest.

Wege zum Upgrade

Wer bis Ende Juli noch auf Windows 10 umsteigen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Hat man bereits ein aktiviertes Windows 7- oder Windows 8.1-System in Betrieb, kann das kostenlose Upgrade innerhalb der Frist über den Windows Update-Dienst oder ein separates Tool heruntergeladen und installiert werden.

In den meisten Fällen sollte die Aktualisierung problemlos klappen, eventuell sind einzelne Treiber einzuspielen oder manche Programme neu zu installieren. Vorsicht ist allerdings bei älterer Hardware angebracht, für die es keine aktuelle Software mehr gibt. Oft funktionieren Treiber für Windows 7 und 8.1 auch unter Windows 10, eine Garantie gibt es allerdings nicht.

Gebraucht-Version von Windows 7 und 8

Die zweite Option ist der Erwerb eines neuen Rechners, so eine Anschaffung gerade ansteht. Die bequemere Variante ist es, ein Gerät zu kaufen, auf dem Windows 10 bereits vorinstalliert ist und somit der Einrichtungsaufwand wegfällt.

Laptops und Desktop-Rechner lassen sich bisweilen aber auch ohne vorinstalliertem Windows günstiger erwerben. Gemäß einer Entscheidung des EuGH in einer Auseinandersetzung zwischen dem Händler Usedsoft und Oracle ist der Weiterverkauf gebrauchter Software-Lizenzen rechtens. Dementsprechend bieten immer wieder Händler auch günstig Lizenzen für ältere Windows-Ausgaben an.

Musste vor einigen Monaten die ältere Windows-Version zuvor noch installiert werden, um anschließend das Upgrade durchzuführen, lässt sich Windows 10 seit Build 1511 aus dem November 2015 auch direkt mit einem Schlüssel für Windows 7, 8 oder 8.1 installieren. (gpi, 12.05.2016)

  • Ab 30. Juli werden auch Nutzer von Windows 7 und 8 den Vollpreis zahlen müssen.
    foto: reuters

    Ab 30. Juli werden auch Nutzer von Windows 7 und 8 den Vollpreis zahlen müssen.

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