Namen tausender Journalisten aus Ostukraine öffentlich gemacht

11. Mai 2016, 21:51
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OSZE besorgt über Sicherheit von Medienleuten

Kiew – Ein Datenleck zu tausenden Journalisten, die aus den ostukrainischen Separatistengebieten berichtet haben, beunruhigt Medien und Verbände. Die Staatsanwaltschaft in Kiew leitete am Mittwoch Ermittlungen ein wegen der Behinderung journalistischer Arbeit.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nannte das Datenleck besorgniserregend. Es gefährde die Sicherheit von Journalisten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte eine klare Stellungnahme der Ukraine gegen die Veröffentlichung.

4.000 Namen veröffentlicht

Eine anonyme ukrainische Internetplattform hatte am Mittwoch über 4.000 Namen von Journalisten veröffentlicht, die sich im Informationsministerium der sogenannten Volksrepublik Donezk haben akkreditieren lassen. Ihnen wurde unterstellt, mit Terroristen zu kooperieren und ukrainisches Recht verletzt zu haben. Auch Mailadressen und Handynummern wurden öffentlich gemacht. Einzelne Journalisten seien daraufhin bereits bedroht worden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

ORF-Korrespondent Wehrschütz auf Liste

Auf der Liste stehen Korrespondenten internationaler Medien, die seit 2014 auf beiden Seiten des Konflikts berichtet haben. Darunter ist auch der ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz.

Die Liste dürfte allerdings vor der Veröffentlichung nicht lektoriert worden sein. So sind manche ausländische Namen in lateinischer, manche in kyrillischer Schrift verzeichnet, auch die Bezeichnungen für Medien sind uneinheitlich oder haben Tippfehler. Offenbar gibt es auch Mehrfachnennungen: So ist ein auch für den ORF arbeitender Kameramann gar dreimal aufgeführt. (APA, 11.5.2016)

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