Verschlungene Wege des Rapid-Präsidenten auf die Jungferninsel

11. Mai 2016, 17:58
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Michael Krammer landete wegen einer Transaktion zu One-Zeiten in der Panama-Datenbank

Wien – Ungläubig reagierte Michael Krammer am Mittwoch auf die Nachricht, der Rapid-Präsident scheine in den Panama-Papers auf. Erst als DER STANDARD die ebenfalls in den Dokumenten genannte Privatadresse vortrug, konnte Krammer glauben, dass es sich um keine Verwechslung handelt. Beim Zeitpunkt der Eintragung der Krammer zugeordneten Melanthe Group mit Sitz auf den British Virgin Islands im September 2007 klingelte es beim Mobilfunkunternehmer.

Zu dieser Zeit war Krammer bei der Handygesellschaft One als Chef angetreten und fand eine Sale-&-Lease-Back-Konstruktion vor. Dabei wurde die Infrastruktur – im Wesentlichen die Handymasten – verkauft und zurückgemietet. Damit wird kurzfristig Liquidität generiert, in vielen Fällen gibt es auch steuerliche Vorteile.

Krammer beteuert, dass diese Konstruktion in seiner Zeit als One-Chef rückabgewickelt worden sei. Er vermutet, dass er deshalb als Hintermann des Briefkastens ausgewiesen werde. Mit Offshore habe er jedenfalls nichts zu tun. "Ich habe mein Erspartes bei der Easybank", versichert der Rapid-Präsident.

Apropos Panama: Das Land ist nun dem automatischen Informationsaustausch beigetreten, der von der Industriestaatenorganisation OECD zum Standard erkoren wurde. Auch Bahrain, Vanuatu, Nauru und Libanon wollen umschwenken. (as, 12.5.2016)

  • Michael Krammer auf verschlungenen Wegen.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Michael Krammer auf verschlungenen Wegen.

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