Francos Nachkommen mit Offshore-Geschäften

12. Mai 2016, 11:01
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Zwei Urenkel des spanischen Exdiktators scheinen in den Panama Papers auf

Es war nur eine Frage der Zeit, dass der mit Adelstiteln geschmückte Name "Franco" auf den Panama Papers aufscheint. Über 40 Jahre nach dem Tod von Spaniens faschistischem Diktator Francisco Franco Bahamonde (1892-1975) bilden dessen Nachkommen heute einen vermögenden Familienclan. Mit einer Fülle an Häusern, Ländereien und Unternehmen, von Immobilien und Tourismus über Landwirtschaft bis zur Werbung.

Wie die mit dem Aufdeckernetzwerk ICIJ kooperierende Onlinezeitung El Confidencial berichtet und auch in den Rohdaten ersichtlich ist, waren zwei Urenkel des "Generalissimus" im Offshore-Geschäft aktiv. Konkret mit Malini Investments Limited auf Tortola (Britische Jungferninseln) von 1997 bis April 2014, als die umstrittene Steueramnestie die Rückführung nicht deklarierten Auslandsvermögens günstig und straffrei erlaubte. Direktor und Teilhaber sind Francisco Franco Suelves (34) und Juan José Franco Suelves (31). Beide alleinstehend, gelten sie als "zurückhaltend und wohlerzogen" und bleiben dem Jetset fern. Sie organisieren Jagdgesellschaften, ihr gemeinsames Hobby. Francisco war zudem auch auf Tortola mit Vamfield Alliance Limited von 2007 bis 2013 aktiv.

"Alter Hut"

"Es ist nichts Außergewöhnliches, Beteiligungen zu haben", verteidigt sie ihr Vater Francis Franco: "Ein alter Hut." Mittlerweile sei alles normalisiert. Juan José gibt sich unwissend: "Ich habe so viele Papiere in meinem Leben unterfertigt. Es ist wohl eine Familienangelegenheit."

Ebendas wäre nachvollziehbar. Das gesamte Familienvermögen der Francos soll knapp 500 bis 600 Millionen Euro umfassen, wie der Journalist und Buchautor Mariano Sánchez Soler in Los Franco SA (deutsch "Die Franco AG", 2007) kalkulierte. Eine Summe, die seitens der Familie vehement dementiert wird. So auch von Francos noch lebender Tochter, "die Höchsttöchterliche", Carmen Franco Polo (*1926). Sie steht dem Familienimperium vor. 89-jährig und vital geblieben, widmet sie sich Immobiliengeschäften. Und verbuchte 2014 knapp 20 Millionen Euro an Aktiva. (Jan Marot aus Granada, 12.5.2016)

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