Raiffeisen-Fusion: Halbe Sachen

Kommentar11. Mai 2016, 18:02
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Das Land ist "overbanked"

Nun wird also wieder zusammengelegt beim grünen Riesen. Raiffeisen Zentralbank und Raiffeisen Bank International prüfen eine Fusion, nachdem erst 2010 eine Verschmelzung der Bankaktivitäten erfolgt ist. Die volle Zusammenlegung würde also nicht allzu viel ändern, außer dass Kapitalanforderungen möglicherweise leichter erfüllt werden. Womit das Problem schon angesprochen ist. Raiffeisen glaubt offenbar immer noch, mit der dreistufigen Struktur von den Kassen über die Landesbanken bis hin zum Spitzeninstitut über die Runden zu kommen.

Dass dieses System angesichts des aufkommenden raueren Windes adäquat ist, darf bezweifelt werden. Immerhin geht es nicht nur um Kapitalfragen, sondern schlichtweg um die Überlebensfähigkeit traditioneller Banken in der digitalen Welt. In der jetzigen Struktur mit ihren hunderten Kassen, acht Landesbanken und der Wiener Schaltstelle werden unzählige Direktoren und noch mehr Verwaltungsleute durchgefüttert. Raiffeisen wäre gut beraten, hier viel tiefere Einschnitte vorzunehmen.

Das gilt notabene auch für andere Sektoren. Mit Sparkassen, Bank Austria, Bawag, Volksbanken, Hypos und vielen weiteren Playern ist das Land "overbanked". Dass immer wieder angedachte Hochzeiten letztlich abgeblasen wurden, zeigt, dass die Institute ihre Gefährdungslage nicht erkannt haben. Einige Bräute zieren sich so lange, bis sie keiner mehr haben will. (Andreas Schnauder, 11.5.2016)

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