SPÖ in Oberösterreich und Salzburg für Kern als Parteichef

11. Mai 2016, 13:46
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Burgenländische SPÖ will sich am Donnerstag äußern – Wiener Landespartei und SPÖ-Frauen halten sich bedeckt

Wien – Die Suche nach einem Nachfolger für Werner Faymann beschäftigt weiter die roten Landesorganisationen. Die SPÖ Oberösterreich bevorzugt Christian Kern als Nachfolger. Einen formalen Beschluss fasste der Landesparteivorstand am Mittwochabend nicht, in der Sitzung habe sich aber eine "deutliche Präferenz für Kern abgezeichnet", sagte der interimistische Landesparteichef Johann Kalliauer. Eine formale Festlegung hielt er "für übertrieben".

Gegenüber Gerhard Zeiler besitze Kern einen höheren Bekanntheitsgrad und die Fähigkeit, die "Sprache des Volkes" zu beherrschen, war demnach die überwiegende Meinung im Landesvorstand. Sozialminister Alois Stöger, der zu der Sitzung nach Linz gekommen war, teilte die Ansicht der Mehrheit, dass ein Zuwarten bei der Nennung eines Favoriten bis zum Landescheftreffen am Freitag keinen Sinn mache.

Salzburger wünschen sich Kern

Auch die Salzburger SPÖ sprach sich am Mittwochabend für Kern aus. Der Parteivorstand legte sich einstimmig auf den 50-jährigen ÖBB-Manager fest, sagte Landesparteichef Walter Steidl nach der Sitzung.

Tiroler SP-Klubobmann: "Hervorragender Mann"

In Tirol sprach sich SPÖ-Klubobmann Gerhard Reheis ebenso wie Landesparteichef Ingo Mayr für Kern aus. Zwar zeigte sich Reheis auch von Zeiler angetan, Kern sei aber ein "hervorragender Mann", der einem "auf Augenhöhe entgegenkommt" und "nicht abgehoben" sei. Auch im Landtagsklub werde Kern favorisiert.

Mayr hatte angekündigt, zunächst das Treffen mit den Kandidaten am Freitag abzuwarten und dann den Landesparteivorstand zu informieren. Einen formellen Vorstandsbeschluss werde es jedoch nicht geben, erklärte eine Parteisprecherin. Mayr werde den Vorständen telefonisch über die Entscheidung auf Bundesebene berichten.

Zurückhaltung im Burgenland

Die SPÖ Burgenland hielt sich mit einer Empfehlung am Mittwoch zurück, für Donnerstag wurde aber kurzfristig der Landesparteivorstand einberufen. "Danach werden wir uns äußern", kündigte Klubobmann Robert Hergovich an.

Wiener SP hat "volles Vertrauen" in Häupl

In Wien soll es vor Freitag keine Gremiensitzung mehr geben. Man habe "volles Vertrauen in unseren Chef", den mit der Kandidatenfindung betrauten Bürgermeister und interimistischen Bundesparteichef Michael Häupl, sagte Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler. Häupl wird eine Präferenz für Zeiler nachgesagt.

ÖGB-Chef für Kern

Auf Bundesebene deklarierte sich ÖGB-Chef Erich Foglar für Kern. Er bringe "Eigenschaften mit, die, glaube ich, gut sind für das Amt", sagte er in der Mittags-"ZiB" am Mittwoch. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser gab keine Informationen preis. "Ich weiß nicht mehr, als zurzeit in den Medien steht", sagte sie bei einem Pressegespräch.

Auch die SPÖ-Frauen äußerten sich am Mittwoch noch nicht darüber, welchen der beiden Kandidaten sie präferieren. In den nächsten Tagen finden Gremiensitzungen statt, in denen man sich beraten werde, sagte Frauen-Bundesgeschäftsführerin Andrea Brunner. Offen ließ sie auch, ob in den Gremien ein Beschluss für einen Wunschkandidaten gefasst werden soll. (APA, 11.5.2016)

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