Chance für Ganzjahresöffnung von Schanigärten schrumpft

11. Mai 2016, 12:56
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Umfrage der Stadt brachte Präferenzen für abgespeckte Variante – Runder Tisch am 19. Mai

Wien – Ob die Schanigärten in Wien künftig auch im Winter betrieben werden dürfen, ist noch nicht entschieden. Verfechter einer Ganzjahresöffnung müssen sich nun aber warm anziehen: Denn die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Stadt sehen diese Variante nicht als Favoriten. Stattdessen wird mehrheitlich für eine abgespeckte Form der Open-Air-Gastronomie plädiert.

Wie das Büro der zuständigen Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) am Mittwoch der APA berichtete, liegen nun Ergebnisse der kürzlich gestarteten Schanigartenbefragung vor. Die Beteiligung, so hieß es, sei sehr umfassend gewesen. So hätten alle Bezirke eine Antwort geschickt bzw. angekündigt, dies noch zu tun. Auch die betroffenen Fachgruppen der Wirtschaftskammer, die Arbeiterkammer bzw. andere relevante Dienststellen und stadtnahe Unternehmen wie die Wiener Linien und dem Wien-Tourismus äußerten sich.

Im Fragebogen konnten priorisierte Varianten angekreuzt werden – wobei sich nicht alle Teilnehmer für eine solche entschieden. Mitunter wurde auch ausführlicher dargelegt, wie die Wiener Gastgarten-Zukunft aussehen sollte. So hat etwa der erste Bezirk in einem ausführlichen Brief für kleine Tische entlang der Hausmauer argumentiert. Vorgeschlagen wird, diese Version generell anzudenken, nicht nur für einen bestimmten Zeitraum.

Mehrheit für Stehtische

Von den Bezirken, die für eine konkrete Variante votierten, entschied sich die Mehrheit (sechs Nennungen, Anm.) für Stehtische im Winter – knapp gefolgt von der ganzjährigen Öffnungserlaubnis für "normale" Schanigärten mit fünf Vertretern. Auch die diversen stadtnahen Player bevorzugen im Winter mehrheitlich die Stehpartie, gefolgt von Tischen an der Hausmauer. Ganzjahresschanigärten landeten mit der ebenfalls zur Auswahl stehenden Ausdehnung der Saison auf Februar hier nur auf den hinteren Plätzen.

Der erste Bezirk ist in Sachen Winter-Schanigärten gegen alle von der Stadt vorgeschlagenen Optionen. Das hat ein Sprecher von Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) gegenüber der APA bekräftigt. Kleine Tische am Gehsteig, die am Abend wieder weggeräumt werden müssen, könnten aber zumindest "Teil einer bezirksspezifischen Lösung" sein, hieß es.

Die City kann sich dies laut eigenen Angaben als generelle Schanigarten-Variante vorstellen. Die Skepsis an der winterlichen Aufsperr-Erlaubnis bleibt im ersten Bezirk aber aufrecht, wie betonte wurde – so wird auch die in den von der Stadt abgefragten Varianten vorgesehene Möglichkeit, Außenheizungen anzubringen, kritisiert.

Lediglich die Wirtschaftskammer sprach sich klar für eine Aufhebung der jahreszeitlichen Beschränkung aus. Was nicht überrascht, sind doch die Wiener Gastronomen gemäß einer Kammerbefragung mehrheitlich für einen Winterbetrieb. Ablehnend hat sich hier zuletzt wiederum die Arbeiterkammer gezeigt – die eine "Saisonpause" für Anrainer forderte.

Runder Tisch am 19. Mai

Die nun gesammelten Meinungen sind laut Rathaus Grundlage für die Diskussion beim angekündigten Runden Tisch. Dieser wurde für den 19. Mai angesetzt. Bis Sommer soll dann ein Gesetzesentwurf ausgearbeitet werden. Der Beschluss ist für Ende September anvisiert.

Schanigärten-Stadträtin Renate Brauner zeigte sich über die "zahlreichen ausführlichen und konstruktiven Rückmeldungen" erfreut: "Das zeigt aus unserer Sicht, dass grundsätzlich alle Beteiligten darum bemüht sind, eine gemeinsame Lösung bei der seit vielen Jahren diskutierten Winteröffnungsfrage zu finden", befand sie.

Das Ergebnis zeige aber auch weiter den Interessenskonflikt zwischen den Anrainern und jenen, die gerne in Schanigärten sitzen bzw. den Vertretern der Gastronomie auf: "Eine gemeinsame Lösung zu finden, wird daher nicht einfach sein. Wir sind uns aber sicher, dass wir in konstruktiver Art und Weise gemeinsam zu einer Verbesserung kommen können." (APA, 11.5.2016)

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