EU untersagt Fusion von "3" und O2 in Großbritannien

11. Mai 2016, 12:27
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"3" wollte britisches Geschäft von Telefonica um 9,25 Milliarden Pfund übernehmen

Die EU-Wettbewerbshüter sperren sich gegen die milliardenschwere Übernahme des Großbritannien-Geschäfts von Telefonica (O2) durch den chinesischen Mobilfunkanbieter Hutchison "3", der auch in Österreich aktiv ist. Die rund 13 Milliarden Euro schwere Fusion zu den geplanten Bedingungen zu genehmigen, hätte den britischen Verbrauchern und dem dortigen Mobilfunksektor geschadet.

Höhere Preise befürchtet

"Wir hatten starke Bedenken, dass die Kunden bei der Suche nach einem passenden Mobilfunkpaket weniger Auswahl gehabt hätten und mehr hätten zahlen müssen", so EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch. Zudem wären Innovationen und der Ausbau der Netzinfrastruktur im Vereinigten Königreich behindert worden, sagte Vestager.

In Großbritannien sind vier Anbieter von Mobilfunknetzen aktiv: Die Sparte EE von BT (British Telecom), das Netz O2 der spanischen Telefonica, Vodafone sowie der Hutchison-Anbieter Three. Der chinesische Konzern Hutchison wird von Li Ka-shing kontrolliert, der als reichster Mann Asiens gilt.

9,25 Mrd. Pfund

Die EU-Wettbewerbshüter hatten bereits im vergangenen Oktober eine besonders gründliche Prüfung des Telefonica/Hutchison-Vorhabens begonnen. Für den Zukauf wollte Hutchison nach früheren Angaben 9,25 Mrd. Pfund (11,7 Mrd. Euro) aufbringen.

Fusionsverbote sind in Brüssel vergleichsweise selten. Falls es Bedenken der Wettbewerbshüter gibt, versuchen Unternehmen in der Regel, mit Verhandlungen und Zugeständnissen – etwa dem Verkauf von Konzernteilen – für grünes Licht zu sorgen.

Plan B

Telefonica will trotz des gescheiterten Verkaufs seiner britischen Tochter O2 an seinen finanziellen Zielsetzungen festhalten. Auch an dem geplanten Abbau von Schulden und an der Dividendenpolitik werde sich nichts ändern, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Telefonica-Präsident Jose María Alvarez-Pallete hatte am Vortag erklärt, ein Verbot des Milliardengeschäfts durch die EU-Kommission wäre für das Unternehmen eine "schlechte Nachricht". Das spanische Unternehmen hatte jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass es auf ein Veto aus Brüssel vorbereitet sei und über einen "Plan B" verfüge. (APA, 11.5. 2016)

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  • Kein Zuwachs für "3"
    foto: schreenshot

    Kein Zuwachs für "3"

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