Uno prangert vermehrte Angriffe auf Zivilisten in Syrien an

11. Mai 2016, 15:18
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Luftangriffe auf Vororte von Aleppo trotz Waffenruhe

Damaskus –Die Uno fordert mehr internationalen Druck auf die Kriegsparteien in Syrien, um sie von Angriffen auf zivile Ziele abzubringen. In jüngster Zeit habe es immer wieder Angriffe mit Kampfflugzeugen, Granaten und Raketen auf Krankenhäuser, Märkte, Bäckereien, Wasserstationen und ein Flüchtlingslager gegeben, beklagte die Kommission zur Untersuchung von Kriegsverbrechen in Syrien am Mittwoch in Genf.

Die mangelnde Respektierung des Völkerrechts müsse für die Täter Konsequenzen haben, forderte der Vorsitzende der Kommission, Paulo Pinheiro. "Solange die Kultur der Straflosigkeit nicht ausgerottet ist, werden Zivilisten weiterhin zu Zielen und zu Opfern, und sie werden brutal getötet", sagte er.

Nach dem Völkerrecht müssten alle Konfliktparteien zwischen legitimen und illegalen Zielen unterscheiden. Dies werde in Syrien aber ignoriert, und einige der jüngsten Angriffe seien Kriegsverbrechen gewesen, heißt es in der Erklärung der Kommission.

Waffenruhe missachtet

Mehrere Vororte der syrischen Stadt Aleppo sind am Mittwoch unter Missachtung einer noch geltenden Waffenruhe aus der Luft angegriffen worden. Die syrische Luftwaffe griff vor allem Positionen der Aufständischen im Osten der zweitgrößten Stadt des Landes an, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete hingegen, in einem von der Regierung kontrollierten Viertel sei durch eine "terroristische" Gruppierung ein Mensch erschossen worden. Zudem gab es zwei Verletzte.

Ende Februar war für Syrien eine Waffenruhe vereinbart worden. In dem seit 2012 zwischen regierungstreuen Einheiten und Aufständischen geteilten Aleppo wurde sie Ende April massiv gebrochen. Seither wurden in der Stadt rund 300 Menschen getötet. Die Waffenruhe gilt allerdings nicht für die beiden radikalen islamistischen Milizen "Islamischer Staat" und Nusra-Front. Letztere gilt als eine der wichtigsten Stützen der oppositionellen Gruppen in Aleppo. Viele gemäßigtere Rebellengruppen haben sich ihr um Kampf um die Stadt angeschlossen. Ob die Waffenruhe auch für sie gilt, ist umstritten.

In der vergangenen Woche wurde dann eine neue Waffenruhe für Aleppo geschlossen, die bis in die Nacht zum Donnerstag gelten sollte. (APA, 11.5.2016)

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