Suzuki Baleno: Es muss nicht immer das große Spektakel sein

12. Mai 2016, 12:32
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Suzuki schließt mit dem Baleno, den es auch als Mild-Hybrid gibt, seine Kleinwagenreihe nach oben hin ab

Fuschl – Suzuki zeigt es vor: Eine Modelloffensive kann man auch zurückhaltend zelebrieren. Ganz unprätentiös. Ohne allzu viel Tamtam. Es gibt ohnehin schon genug Wirbel in dieser Welt. Der Kleinwagen- und Allradspezialist aus Japan hat seit 2014 mit S-Cross SX4, Vitara und Celerio drei neue Autos in den Markt gehievt, nun setzt man mit dem jüngsten Neuzugang, dem Baleno, im Kleinwagenbereich ganz bewusst einen Abschluss nach oben. Und falls das jemanden interessiert: Ende des Jahres folgt ein hübscher kleiner Trend-SUV, 2017 kommt der nächste Swift.

foto: suzuki

Bei aller Bescheidenheit im Außenauftritt sind die Zahlen jedoch durchaus beeindruckend: 2015 konnten sich die Japaner in Österreich um 20 Prozent steigern, heuer waren es im ersten Quartal gar 25 Prozent – keine andere Marke verzeichnet derzeit einen solchen Sprung nach vorne.

Moderater Preis

Erstes Rendezvous also mit dem Baleno. Was lässt sich sagen? Wir haben hier einen modernen, in Indien auf einer neuen Plattform gefertigten Kleinwagen vor uns, der preislich angenehm moderat daherkommt, im Innenraum vielleicht ein bisserl viel Plastik zeigt, sich im Fahrbetrieb ganz und gar neutral und auch komfortabel verhält und der sich beim Spritkonsum sehr, also wirklich: sehr moderat verhält.

In dem Zusammenhang haben die Ingenieure ein paar interessante technische Ansätze gefunden. Erstmals baut Suzuki einen Benzin-Direkteinspritzer, bei dem nigelnagelneuen Aggregat handelt es sich um einen 1,0-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 111 PS, der stärkste der beiden im Baleno angebotenen Motoren.

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Der schwächere ist ein schon aus dem Swift bekannter 1,2-Liter-Vierzylinder, der allerdings gründlich überarbeitet wurde und 90 PS an die Vorderräder abliefert. Ja, und diese Maschine lässt sich nun obendrein mit einem Mild-Hybrid-System kombinieren, das auf den Namen SHVS hört und dem ganz und gar schlanken Ansatz huldigt – die paar Komponenten bringen zusammen gerade einmal fünf Kilogramm auf die Waage.

Hilfeleistung

Dabei lautet die Gleichung: Lichtmaschine = Starter = Elektromotor = Generator. Dieser integrierte Starter-Generator unterstützt den Ottomotor beim Starten und Beschleunigen für ein paar Sekunden mit bis zu 50 Nm Drehmoment. Der dazu benötigte Saft kommt aus einer kleinen, unterm Fahrersitz verstauten Lithium-Ionen-Batterie, die durch Rekuperation emsig Energie sammelt.

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Und zwar ist das jetzt nicht als Boost-Funktion zu verstehen, sondern als streng der Genügsamkeit verpflichtete: Im selben Maße, wie Leistung elektrisch bezuschusst wird, nimmt Suzuki diese beim Verbrennungsmotor zurück. Ergebnis: 0,2 Liter Spritersparnis auf 100 km gegenüber dem "normalen" 1,2-Liter-Benziner. Normtestzyklisch 4,0 Liter statt 4,2. Und ein bisserl was bringt auch das Start-Stopp-System, das die Maschine schon ab 15 km/h stilllegt. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, aber immerhin.

Was man im Konkurrenzumfeld dennoch ein klein wenig vermisst, sind eine größere Motorenvielfalt und ein Doppelkupplungsgetriebe. Ansonsten aber ist der Baleno ein sympathisch unspektakulärer Neuzugang. (Andreas Stockinger, 12.5.2016)

Nachlese:

Autonation Japan: Von null auf Supermacht

Suzuki Vitara: Das Leben spielt mit uns

Link

Suzuki

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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  • Mit vier Metern überragt der Baleno den Swift um 15 cm, der Kofferraum fasst doppelt so viel.
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    Mit vier Metern überragt der Baleno den Swift um 15 cm, der Kofferraum fasst doppelt so viel.

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