Cameron nennt Afrikaner "korrupt", Queen chinesische Beamte "unverschämt"

Video11. Mai 2016, 11:11
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Monarchin zog in scheinbar unbeobachtetem Moment über chinesische Beamte her. Zuvor Aufregung um Äußerungen des Premiers

London/Peking – Die britische Königin Elizabeth II. hat in einem privaten Gespräch chinesische Regierungsbeamte als "sehr unverschämt" (very rude) bezeichnet. Die undiplomatischen Worte fielen bei einem Empfang zu ihrem 90. Geburtstag – ein entsprechendes Video veröffentlichte der britische Sender BBC am Mittwoch.

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Am Dienstag hatte ein Video des Senders ITV über private Äußerungen des britische Premiers David Cameron für Aufregung gesorgt. Er hatte, ebenfalls auf einem Empfang der Königin, Nigeria und Afghanistan "fantastisch korrupte" Länder genannt – und das kurz vor einem Anti-Korruptions-Gipfel in London, an dem beide Länder teilnehmen.

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Die Äußerungen der Queen fielen in einem Gespräch mit einer Polizeibeamtin, die beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Oktober in London im Einsatz war. Es ging um das Verhalten chinesischer Beamter bei der Zusammenarbeit mit der Polizei während des Besuchs. Der Palast wollte sich nicht zu der Angelegenheit äußern, meinte aber, der Besuch Xis sei "sehr erfolgreich" gewesen.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari, der den Kampf gegen die Korruption bei seiner Wahlkampagne im Vorjahr zur großen Priorität gemacht hatte, gab sich über die Äußerungen "schockiert und beschämt".

Später sagte er, er fordere von Cameron keine Entschuldigung. Mit Blick auf die Kolonialgeschichte forderte er stattdessen "aber eine Rückgabe der Nigeria gestohlenen Werte". Zudem sollten Banken jene Gelder freigeben, die im Zuge der Korruption nach Großbritannien gewandert seien – dies ist eine alter Forderung Abujas. Auf die Journalistenfrage, ob Nigeria tatsächlich "fantastisch korrupt" sei, antwortete Buhari mit einem "Ja". (APA, 11.5.2016)

  • Queen Elizabeth und Chinas Präsident Xi Jinping.
    foto: ap / dominic lipinski

    Queen Elizabeth und Chinas Präsident Xi Jinping.

  • Nigerias Präsident Muhammadu Buhari ist schockiert. Er fordert von London zwar keine Entschuldigung, aber eine Rückgabe der während der Kolonialzeit geraubten Werte.
    foto: apa / afp / leon neal

    Nigerias Präsident Muhammadu Buhari ist schockiert. Er fordert von London zwar keine Entschuldigung, aber eine Rückgabe der während der Kolonialzeit geraubten Werte.

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