Livestreaming erschwert Ermittlungen zu Missbrauch

10. Mai 2016, 14:39
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Strafverfolgungsbehörden mit besonders perfider Form des Länder übergreifenden Kindesmissbrauchs konfrontiert

Windischgarsten – Mit neuen Herausforderungen sind die Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung von sexuellem Missbrauch von Minderjährigen und Kinderpornografie konfrontiert. Bei einer internationalen Arbeitstagung, die auf Einladung der Staatsanwaltschaft Wien und des Bundeskriminalamts (BK) derzeit in Windischgarsten stattfindet, wurde eine besonders perfide Missbrauch-Form – das "Livestreaming" – beleuchtet.

Dabei werden von Pädophilen zunächst über Live-Chats Anweisungen bzw. Vorgaben erteilt, in welcher Form Kinder missbraucht werden sollen. Gegen entsprechendes Entgelt sind die konkreten Tathandlungen dann über Webcams live mitverfolgbar.

"Die Verfügbarkeit von immer besseren und schnelleren Internetverbindungen hat zu einer neuen Form von Kriminalität geführt, bei der die Sexualstraftäter zwar in Österreich aufhältig sind, die Kinder aber in anderen Ländern sexuell ausgebeutet werden", legte Jürgen Ungerböck vom Bundeskriminalamt dar.

Regelmäßige Fortbildungen notwendig

Um diese Verbrechen einzudämmen, sind regelmäßige Fortbildungen – vor allem auch im technischen Bereich – sowie internationale Zusammenarbeit unabdingbar, betonte der Kriminalist.

Letztere soll mit der dreitätigen Tagung, die am Mittwoch zu Ende geht, gestärkt werden. An ihr nehmen neben Vertretern der Staatsanwaltschaften, der Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamtes auch das deutsche Bundeskriminalamt, die Schweizer Bundeskriminalpolizei und Europol teil. Ziel ist neben dem Erfahrungsaustausch eine bessere nationale und internationale Vernetzung und eine Intensivierung der Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden.

Straftaten auf sozialen Netzwerken

Österreichweit sind in den vergangenen Jahren die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Kinderpornografie angestiegen. Damit verbunden ist ein immer stärkerer Arbeitsaufwand bei der Auswertung der sichergestellten Datenträger und des Datenmaterials. Qualifizierte Polizeibeamte sind notwendig, um eine rasche Auswertung der Daten sicherstellen zu können.

Besprochen wurden auch Straftaten, die sich im "Darknet" oder auf sozialen Netzwerken wie Facebook stattfinden. Ein weiteres Thema war die Verwendung neuer Ermittlungs-Tools, die die Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaften erleichtern sollen. (APA, 10.5.2016)

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