Gegen die Bullen um den rettenden Strohhalm

10. Mai 2016, 14:36
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Tabellenschlusslicht muss im Duell gegen den frischgebackenen Meister unbedingt gewinnen, um im Spiel um den Klassenerhalt zu bleiben

Grödig/Salzburg – Im Spiel der letzten Chance geht es für den SV Grödig ausgerechnet im Salzburg-Derby der Fußball-Bundesliga um den Klassenverbleib. Der alte und neue Meister Red Bull Salzburg gastiert in der vorletzten Runde am Mittwochabend (20.30 Uhr/live ORF eins) beim Tabellenschlusslicht. Grödig hilft nur ein voller Erfolg und fremde Hilfe, auf den rettenden neunten Platz fehlen derzeit sechs Zähler.

Zwei Remis, neun Niederlagen

Im Nachbarschafts-Duell mit den "Bullen" hält Grödig nach bisher elf Oberhaus-Vergleichen bei zwei Unentschieden und neun Niederlagen. Im jüngsten Aufeinandertreffen am Untersberg gab es ein 1:1. Salzburg ist seit zwölf Spielen ungeschlagen und in der Abwehr schier unüberwindbar. Seit 24 Spielen hat der Liga-Dominator nie mehr als ein Gegentor erhalten. Hoffnung bereitet Grödig jedoch, dass die Mozartstädter vier Tage nach der endgültigen Fixierung der Titelverteidigung Rotationen planen.

Salzburgs Trainer Oscar Garcia kündigte dies an. "Das ist durchaus möglich. Aber nicht, um Spielern eine Pause zu geben, sondern weil es andere verdienen, zu spielen", betonte der Spanier. Gespannt darf man sein, ob Cican Stankovic anstelle von Alexander Walke das Tor hüten wird. Der 23-Jährige spielte im Vorjahr noch für Grödig, ein Patzer seinerseits könnte Diskussionen aufkommen lassen.

Garcia erwartete eine aggressive Heimmannschaft. "Uns ist bewusst, um was es für Grödig geht", meinte der Ex-Barca-Profi. Seine Elf werde auf jeden Fall in die Partie gehen, um zu gewinnen. "Es wäre respektlos, wenn wir uns anders verhalten würden", stellte Garcia fest. Rechtsverteidiger Christian Schwegler unterstrich dies: "Wir werden uns in den restlichen zwei Spielen anständig verhalten", sagte der Schweizer. Nach Grödig wartet auf Salzburg noch Sonntag das Heimspiel gegen den WAC.

Beim Gegner ist die Ausgangslage klar. Nur mit sechs Zählern in den abschließenden Spielen lebt die Hoffnung, darüber hinaus dürfen Mattersburg (in Graz) und Altach (bei Rapid) nicht mehr anschreiben. Ansonsten ist die Partie gegen Salzburg das vorerst letzte Bundesliga-Spiel am Fuße des Untersberg.

"Was für uns spricht ist, dass wir die guten Ergebnisse im Frühjahr alle gegen Topmannschaften hatten. Was auf den anderen Plätzen passiert, ist nicht in unserer Hand", sagte Trainer Peter Schöttel mit Blick auf die Siege gegen Austria und Rapid in den vergangene Wochen. Auch wenn Salzburg Stammkräfte schonen würde, wäre die Aufgabe keine leichte.

Hoffnung auf ein Finale im Burgenland

Insgeheim hofft man bei Grödig dennoch auf nicht bis in die Haarspitzen motivierte Gäste. "Wenn wir die Salzburger erwischen können, dann morgen. Sie sind Meister und für sie geht es im Prinzip um nichts mehr", vermutete Flügelspieler Daniel Schütz. Bei einem Überraschungserfolg sowie einer Niederlage Mattersburgs würde Grödig jedenfalls die Chance auf ein richtiges Finale haben: Kommenden Sonntag wartet im Saisonfinale die Partie im Burgenland. (APA, 10.5.2016)

SV Grödig – FC Red Bull Salzburg (Grödig, DAS.GOLDBERG-Stadion, 20:30 Uhr/live ORF eins, SR Jäger). Bisherige Saisonergebnisse: 2:4 (a), 1:1 (h), 0:3 (a).

Grödig: Swete – Itter, Strauss, Pichler, Strobl – Brauer – Schütz, Völkl, Rasner, Ofosu – Sulimani

Ersatz: Strasser – Maak, T. Kainz, Denner, Derflinger, Kerschbaum, Wallner

Es fehlen: keine

Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Lazaro, Laimer, Bernardo/Schmitz, Berisha – Oberlin, Reyna

Ersatz: C. Stankovic – Schwegler, Keita, Mukhtar, Pehlivan, Hwang, Minamino

Fraglich: Damari (Adduktoren)

Es fehlen: Soriano (Muskelfaserriss), Leitgeb, Yabo, Prevljak (alle Knie), Sörensen (Fuß), Upamecano (Zerrung Hüftbeuger)

  • Die guten Leistungen gegen Austria und Rapid lassen Trainer Peter Schöttel weiter hoffen, auch wenn die Lage der Grödiger mittlerweile äußerst prekär ist.
    foto: apa/expa/roland hackl

    Die guten Leistungen gegen Austria und Rapid lassen Trainer Peter Schöttel weiter hoffen, auch wenn die Lage der Grödiger mittlerweile äußerst prekär ist.

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