Merkel: Angriffe auf Journalisten "beschämend"

10. Mai 2016, 12:55
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Die Presse- und Meinungsfreiheit müsse weltweit verteidigt werden, sagte die deutsche Kanzlerin

Berlin – Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Angriffe auf Journalisten in Deutschland als beschämend bezeichnet. Die Presse- und Meinungsfreiheit müsse weltweit verteidigt werden, sagte Merkel vor dem Verband Deutscher Lokalzeitungen am Dienstag in Berlin. Überall auf der Welt gebe es bedrohliche Tendenzen, Journalisten in ihrer Arbeit zu behindern, zu inhaftieren oder sogar umzubringen.

"Wer angesichts solcher Gefahren trotzdem für eine freie Berichterstattung einsteht, der hat meinen ganz besonderen Respekt", sagte die deutsche Kanzlerin. Angesichts der Angriffe auf Reporter, Fotografen und Kameraleute auf Demonstrationen müsse der Kampf für eine freie und unabhängige Berichterstattung aber auch in Deutschland geführt werden. "Das ist beschämend für ein Land, das sich als aufgeklärt ansieht", sagte sie zu den Angriffen. Dies erkläre auch, weshalb Deutschland im internationalen Ranking der Pressefreiheit zurückgefallen sei. Merkel hatte bereits am Wochenende in ihrer Videobotschaft den Vorwurf der "Lügenpresse" zurückgewiesen.

Merkel mahnte Verlage und Journalisten, sich immer um Qualität zu bemühen. "Gute Journalisten sind und bleiben das wertvollste Kapital von Zeitungen", sagte sie. Nötig sei ein klares Berufsethos. Dazu gehörten Unbestechlichkeit, Seriosität, Recherche und die klare Trennung von Inhalt und Werbung. "Es geht letztlich um die Glaubwürdigkeit", mahnte sie. Merkel sagte den Zeitungsverlagen zu, dass sich die Regierung für den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auch für elektronische Presseprodukte einsetzen werden. (Reuters, 10.5.2016)

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