Gericht in Burundi verurteilte 21 Menschen zu lebenslanger Haft

9. Mai 2016, 19:56
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Angeklagten wurde Beteiligung an Umsturzversuch vorgeworfen – Strafe von 3,4 Millionen Euro

Bujumbura – In Burundi sind 21 Menschen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht in der Hauptstadt Bujumbura befand sie der Beteiligung an einem Putschversuch im Mai 2015 für schuldig. Unter den Verurteilten befinden sich auch ehemalige hochrangige Militärangehörige.

Den Verurteilten wurden Entschädigungszahlungen in der Höhe von sechs Milliarden Burundischen Francs (rund 3,4 Millionen Euro) auferlegt. Das Geld soll an Angehörige von Opfern des Putschversuchs gehen.

Auch zwei Freisprüche

Von den insgesamt 28 Angeklagten wurden fünf Menschen zu Haftstrafen von bis zu zwei Jahren verurteilt, zwei wurden freigesprochen. Die Häftlinge befinden sich derzeit im Gefängnis von Gitega, rund 100 Kilometer westlich von Bujumbura.

Der Putschversuch war den Protesten gegen die erneute Kandidatur von Präsident Pierre Nkurunziza gefolgt. Nach seiner Ankündigung, sich entgegen den Verfassungsbestimmungen für eine dritte Amtszeit zu bewerben, war das ostafrikanische Land in eine Krise gestürzt.

Neben dem Putschversuch gab es auch große, zunächst friedliche Demonstrationen. Gegen diese ging die Regierung mit großer Härte vor. Hunderte wurden getötet, zumeist von Sicherheitskräften. Mehr als 250.000 Menschen befinden sich nach Uno-Angaben auf der Flucht. Beobachter warnen vor dem Ausbruch eines neuen Bürgerkrieges. (APA, 9.5.2016)

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