12+16 soll die Bundesliga-Formel der Zukunft sein

9. Mai 2016, 19:52
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Kapfenberg-Boss Fuchs: "Werde dagegen kämpfen" – Ried-Manager Reiter: "Rechne mit einer Zweidrittelmehrheit"

Wien – Die Aufsichtsratssitzung der Fußball-Bundesliga ist am Montag im Zeichen der Ligareform gestanden. Bei dem fünfstündigen Treffen wurden drei Varianten präsentiert: die Beibehaltung des Status quo mit je zehn Vereinen in den ersten beiden Ligen, eine Profiliga mit zwölf und eine zweite Liga mit 16 Vereinen oder eine erste Liga mit 14 und eine zweite mit 16 Vereinen.

Der von den Reformbefürwortern offenbar bevorzugte Modus wäre 12+16. Diese Variante könnte zu einem Grunddurchgang mit 22 Runden und danach zu einer Teilung in ein je sechs Vereine umfassendes Meister- und Abstiegsplayoff führen. In den Playoffs würde es dann noch einmal Hin- und Rückspiele geben. Gleichzeitig dürfte der Plan beinhalten, dass die zweite Liga unter ÖFB-Patronanz geführt wird, wie es bei Amateurligen der Fall ist. Außerdem sollen die Lizenzkriterien gegenüber der ersten Liga aufgeweicht und die Amateurteams der Profiklubs in der zweiten Liga wieder spielberechtigt werden.

Kapfenberg-Präsident: "Ich kann dem nicht zustimmen"

Kapfenberg-Präsident Erwin Fuchs, als Vorsitzender der Ersten Liga Mitglied des Bundesliga-Aufsichtsrats und des ÖFB-Präsidiums, stoßen die Vorhaben sauer auf: "Ich kann dem nicht zustimmen. In dieser Form werde ich es bekämpfen." Vereine wie Kapfenberg und Austria Lustenau, derzeit ebenfalls Mittelständler der Ersten Liga, würden dadurch zu "Stiefkindern" degradiert.

Die Abschaffung der derzeitigen Ersten Liga will Fuchs nicht hinnehmen. "Nur weil die Insolvenz von Austria Salzburg passiert ist, kann man nicht gleich eine ganze Liga infrage stellen." Auch die Art und Weise, wie mit den Plänen an die Öffentlichkeit gegangen wurde, missfiel ihm. "Ich war nicht eingebunden, obwohl ich Vorsitzender der Ersten Liga bin. Das war der Versuch eines Drüberfahrens."

Kompromiss bei TV-Geldern möglich

Eine Ligareform wäre abgesagt, wenn alle neun stimmberechtigten Erste-Liga-Klubs dagegen stimmen. Ob das eintritt, wollte Fuchs nicht sagen. "Ich muss mir erst ein Bild über die Meinung der anderen zu möglichen Reformen machen." Er geht davon aus, dass zumindest die aktuellen Bundesligisten geschlossen für die Reform sein werden, "weil dadurch ihre Amateurklubs raufkommen können".

In der zweiten Liga würde laut Fuchs das TV-Geld nicht mehr wie bisher fließen. Hier könnte es aber einen Kompromiss geben. "Wenn die Zweitligisten das TV-Geld in ordentlicher Form ausbezahlt bekommen, kann ich mir eine Zustimmung zur Reform vorstellen." Derzeit gebe es jedoch eine Pattstellung im Aufsichtsrat, so Fuchs.

Keine Angst vor Scheitern

Ried-Manager Stefan Reiter, der ebenfalls im Ligaaufsichtsrat sitzt, wollte das nicht bestätigen. "Dagegen waren nur Fuchs und Hubert Nagel (Austria-Lustenau-Präsident, Anm.)." Reiter ist klar für die 12+16-Version, "das ist von allen Möglichkeiten die beste".

Dass die Reform noch scheitert, befürchtet Reiter nicht. "Ich rechne mit einer klaren Zweidrittelmehrheit." Die Änderungen seien wirtschaftlich, infrastrukturell und sportlich dringend notwendig. Über Fuchs und Nagel meinte er: "Ich verstehe ihre Ansicht, aber Vereinsinteressen muss man ganz klar hinter Interessen des gesamtösterreichischen Fußballs zurückstellen."

Der nächste wichtige Termin in dieser Angelegenheit folgt bei einer Klubkonferenz am 19. Mai in Klagenfurt, wenige Stunden vor dem Cupfinale. Dabei soll der Reformplan noch einmal genau mit den Vereinen besprochen und anschließend breite Zustimmung erzielt werden. Beschlossen werden könnte die Änderung mit einer Zweidrittelmehrheit bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 31. Mai. Etwa zur gleichen Zeit wird auch das ÖFB-Präsidium über den neuen Modus abstimmen. In Kraft treten würde das neue Ligaformat 2017/18. (APA, red, 9.5.2016)

  • Österreichs Ligafußball wird neue Wege gehen.
    foto: apa/hackl

    Österreichs Ligafußball wird neue Wege gehen.

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