Erdoğan klagt Springer-Chef Döpfner wegen Böhmermann-Gedichts

9. Mai 2016, 18:16
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Mathias Döpfner hatte sich auf Twitter den "Formulierungen und Schmähungen voll und ganz" angeschlossen

Köln/Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat eine einstweilige Verfügung gegen Springer-Chef Mathias Döpfner beantragt. Es gehe um dessen Unterstützung für das Schmähgedicht des Satirikers Jan Böhmermann, sagte Erdoğans Medienanwalt Ralf Höcker am Montag.

Das Landgericht Köln habe allerdings schon angedeutet, dass es der einstweiligen Verfügung eher nicht stattgeben werde. Wenn die Verfügung nicht erlassen werden sollte, werde er Erdoğan empfehlen, in die zweite Instanz zu gehen, sagte Höcker.

"Ich habe laut gelacht"

Döpfner hatte in der Debatte um das Erdoğan-Gedicht in einem offenen Brief für Böhmermann Partei ergriffen. "Ich finde Ihr Gedicht gelungen. Ich habe laut gelacht", schrieb der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses ("Bild", "Welt", N24) in der "Welt am Sonntag".

In einem Postskriptum fügte er hinzu: "Ich möchte mich, Herr Böhmermann, vorsichtshalber allen Ihren Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz anschließen und sie mir in jeder juristischen Form zu eigen machen." (dpa, 9.5.2016)

  • Mathias Döpfner hatte sich via Twitter das Schmähgedicht von Jan Böhmermann gegen Tayyip Erdoğan "in jeder Form juristisch zu eigen" gemacht. Nun klagt ihn der türkische Präsident.
    foto: dpa / wolfgang kumm

    Mathias Döpfner hatte sich via Twitter das Schmähgedicht von Jan Böhmermann gegen Tayyip Erdoğan "in jeder Form juristisch zu eigen" gemacht. Nun klagt ihn der türkische Präsident.

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