St. Pölten-Spratzern: Souveräne Mauerblümchen

9. Mai 2016, 19:22
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Der zweite Meistertitel war einfacher als der erste, sagt Präsident Wilfried Schmaus, der Luxusprobleme ortet und sich auf Bayern München freut

St. Pölten / Wien – Noch ist die Meisterschaft nicht vorbei. Noch könnte der Zuschauerschnitt in die Höhe schnellen. Freilich, damit zu rechnen ist nicht. Am Sonntag hat sich der FSK St. Pölten-Spratzern vorzeitig den Meistertitel in der Frauenfußball-Bundesliga gesichert. 100 bis 200 Leute seien im Schnitt zu den Spielen der St. Pöltnerinnen gekommen, sagt Wilfried Schmaus, Präsident des nun zweifachen Meisters. Die Liga war kein Quotenhit, ist kein Quotenhit. "Am Mauerblümchendasein wird sich nicht wirklich etwas ändern", sagt Schmaus.

Und St. Pöltens Überlegenheit habe sich auch nicht unbedingt positiv auf das Interesse ausgewirkt. Der Verein hält bei 45 Punkten aus 15 Spielen. Mehr geht nicht. Dass man so souverän gewinnen würde, damit hat Schmaus nicht gerechnet. Die Spratzernerinnen, die im Vorjahr Serienchampion Neulengbach abgelöst hatten, waren jedenfalls als klare Favoritinnen in die Saison gegangen.

Luxusprobleme

Ob so eine Überlegenheit nicht langweilig sei? Schmaus: "Es ist immer schön, zu gewinnen." Aber freilich sei es für die Spielerinnen nicht immer einfach, sich zu motivieren. Und noch ein Luxusproblem: "Gegen uns will kaum ein Team mitspielen. Daher wird unsere Verteidigung wenig gefordert." Das meisterschaftsentscheidende Spiel bei Schlusslicht Carinthians Spittal/Drau am Sonntag sei so ein Beispiel gewesen. "Die haben nur defensiv gespielt. Da tut man sich schwer." Es reichte trotzdem zu einem 5:1-Erfolg.

"Der zweite Titel", sagt Schmaus, "war einfacher als der erste." Und das, obwohl der Verein vor der Saison einige Abgänge zu verkraften hatte. St. Pöltens Top-Sturm-Duo Nicole Billa und Lisa Makas wechselte in die deutsche Bundesliga. "Solche Spielerinnen kann man nicht 1:1 ersetzen." Also wurde das Spielsystem geändert. Damit wird auch und zum vierten Mal in Folge das Cupfinale gegen Neulengbach zu gewinnen sein. Es steigt am 22. Mai in Amstetten.

Test gegen Bayern München

Am 23. Juli spielt Österreichs Meister in Spillern (Niederösterreich) testhalber gegen Deutschlands Meister, den FC Bayern München. In der Champions League könnte auch ein großes Kaliber warten. Schmaus: "Wenn wir auf Lyon treffen, wird es ein schöner Ausflug." Lyon bestreitet am 26. Mai das diesjährige Endspiel gegen Wolfsburg. Die Französinnen wären für die Niederösterreicherinnen eher außer Reichweite. St. Pöltens Verteidigung wäre endlich gefordert. (Birgit Riezinger, 10.5.2016)

  • St. Pölten-Spratzern spielte bisher eine souveräne Saison.
    foto: fsk st. pölten-spratzern

    St. Pölten-Spratzern spielte bisher eine souveräne Saison.

  • Wilfried Schmaus ist St. Pöltens Präsident.
    foto: fsk st. pölten-spratzern

    Wilfried Schmaus ist St. Pöltens Präsident.

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