Brunnenmarkt: Festnahmen nach Mahnwache

9. Mai 2016, 18:47
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Nach Brunnenmarkt-Mord Tumult mit Linken und Rechten

Wien – Am Tag nach den handfesten Auseinandersetzungen zwischen rechtsextremen Aktivisten der sogenannten Identitären Generation und antifaschistischen Aktivisten am Wiener Brunnenmarkt, bilanzierte die Polizei am Montag mit zwei Festnahmen und zwei Anzeigen.

Wie DER STANDARD berichtete, hatte die Gruppierung der Identitären eine "Mahnwache" für die am Brunnenmarkt von einem Kenianer ermordete 54-jährige Frau angemeldet. Zu dieser waren aber laut Polizei nur drei Identitäre erschienen, dafür allerdings rund 100 Gegendemonstranten aus dem Umfeld der Offensive gegen Rechts (OGR).

Blumen und Baseballschläger

Letztere wollten "gegen die Vereinnahmung des Mordes an der Frau in Ottakring durch die Rechtsextremen" protestieren, heißt es auf der Facebook-Seite der OGR. Man habe solidarische, feministische Lieder gesungen und Blumen niedergelegt. Dass es dabei in der Folge zu Ausschreitungen und einem Polizeieinsatz kam, liege laut OGR an den drei Rechten. Laut eines anwesenden Vertreters des Rings Freiheitlicher Jugend und einer Aussendung der Identitären am Montag griffen aber vielmehr die Linken die Rechten an und jagten diese davon.

Die Polizei gab am Montag an, dass bei ihrem Eintreffen auch einige linke Aktivisten mit Baseballschlägern bewaffnet gewesen seien, mit den Schlägern aber niemanden attackierten. Dafür hätten sie etwa gegen Autos getreten.

Zwei Demonstranten wurden wegen Verwaltungsdelikten vorläufig festgenommen. Zwei weitere wurden wegen tätlichen Angriffs und versuchter schwerer Körperverletzung angezeigt. Verletzt wurde laut Polizei aber letzten Endes niemand. Die Identitären kündigten bereits weitere Mahnwachen für die getötete Frau an. Bei der Polizei wusste man allerdings am Montag noch nichts von dementsprechenden Anmeldungen. (cms, 10.5.2016)

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