Paulus Manker klagte einstigen Mäzen: Zivilprozess erneut vertagt

9. Mai 2016, 15:19
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Zwischenurteil am 13. Juni geplant

Wiener Neustadt – Der Wiener Regisseur und Schauspieler Paulus Manker ist am Montag am Landesgericht Wiener Neustadt erneut als Kläger aufgetreten. In dem im März begonnenen Zivilprozess klagt er seinen ehemaligen Mäzen, Großgärtner Christian Blazek, auf Schadenersatz. Es geht um etwas mehr als 190.000 Euro, die Manker in die – geplatzte – Inszenierung von Karl Kraus' "Die letzten Tage der Menschheit" investierte.

Das Verfahren wurde auf den 13. Juni vertagt. An diesem Tag will Richter Peter Wöhrer ein Zwischenurteil fällen, ob Paulus Manker "dem Grunde nach" einen Anspruch auf Schadenersatz hat.

Es war eine großartige Symbiose, die letztlich vor Gericht endete. Christian Blazek hatte dem Künstler die sogenannte Serbenhalle in Wiener Neustadt zur Verfügung gestellt. Auf dem riesigen Areal wurde 2015 Mankers bereits international aufgeführte "Alma"-Inszenierung mit großem Erfolg wieder aufgeführt.

Requisiten und Investitionen

Währenddessen soll es laut Manker schon reichlichen E-Mail-Verkehr über ein neues Projekt, nämlich "die letzten Tage der Menschheit", gegeben haben. In den dem Richter vorliegenden Schreiben ist u.a. von Kränen, einer Dampflok, Go-Kart-Bahn und Druckmaschine zu lesen – Requisiten und Investitionen, die Manker bereitstellen musste. Dafür hätte er unentgeltlich in der Serbenhalle seine Produktion aufführen können.

Doch dann kam der Bruch zwischen Künstler und Mäzen. Eine Antwort auf das "Warum" bekam man am Montag bei der Einvernahme des beklagten Großgärtners aber nicht. "So weit gedacht wie Manker habe ich nicht...", sagte er, und weiter: "Ich lese keinen Betreff von den E-Mails, die ich bekomme."

"Sehr viele Künstler leben von Ideen, die muss man auch zulassen. Für Manker war das scheinbar ein Thema, für mich war das aber nicht greifbar", lauteten die Kernaussagen des einstigen Gönners. Und er meinte auch noch: "Manker war eine Quelle interessanter Geschichten, die ich mir gern angehört habe." Die Einvernahme eines Beamten der zuständigen Bezirkshauptmannschaft, mit dem über allfällige Auflagen für die "Letzten Tage der Menschheit" diskutiert worden war, brachte ebenfalls keinen Aufschluss darüber, was zwischen Manker und Blazek tatsächlich vereinbart war.

Nicht der einzige Gerichtstermin

Die Fortsetzung der Verhandlung am 13. Juni ist aber nicht der einzige Termin für Manker am Landesgericht Wiener Neustadt: Bereits am 19. Mai geht sein Strafprozess, bei dem er wegen unbefugter Inbetriebnahme einer Lok und Sachbeschädigung in der Serbenhalle angeklagt ist, in die Finalrunde. (APA, 9.5.2016)

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