"Die werden sich an uns gewöhnen"

9. Mai 2016, 14:51
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RB Leipzig feiert bis in den frühen Morgen den Aufstieg, doch in der Bundesliga wachsen auch die Herausforderungen

Leipzig – Es wird nicht umsonst durchgefeiert in Leipzig: Die Stadt bejubelte die Rückkehr ins deutsche Fußball-Oberhaus, 22 Jahre nach dem Abstieg des VfB Leipzig. "Ich bin sehr stolz, dass wir dieses Ziel gemeinsam geschafft haben. Der Druck war groß", sagte Sportdirektor Ralf Rangnick in seiner Dankesrede.

Der scheidende Trainer musste auf die Zähne beißen. Der Muskelfaserriss, den er sich auf der Flucht vor der Bierdusche am Wochenende zugezogen hatte, schmerzte noch immer. "Ich hoffe, dass ich in zwei Wochen wieder joggen kann", so Rangnick. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hatte den entscheidenden 2:0 (0:0)-Sieg gegen den Karlsruher SC im Stadion mitverfolgt, ehe er mit dem Privatjet wieder ausflog. "Er war glücklich und zufrieden, hat allen Spielern in der Kabine gratuliert", sagt Vorstandschef Oliver Mintzlaff.

Embolo, Volland, Horn auf der Wunschliste

Dank der Mateschitz-Millionen gelang dem Klub im siebenten Jahr nach der Gründung der Sprung in die Bundesliga. Dort will Rasenballsport ebenfalls eine Rolle spielen. Die Mannschaft wird wohl kräftig aufgerüstet, laut "Kicker" sollen 50 Millionen Euro für Transfers bereitstehen. Rangnick und der neue Trainer Ralph Hasenhüttl werden ab kommender Woche die Mannschaft für die nächste Saison zusammenstellen. Von fünf neuen Spielern ist die Rede, die Stürmer Breel Embolo (FC Basel, 19) und Kevin Volland (1899 Hoffenheim, 24) gelten als Wunschkandidaten. Nach der Absage von Leverkusen-Goalie Bernd Leno ist offenbar Timo Horn vom 1. FC Köln ein Tormannkandidat.

Aufgrund der neuerlichen Kaderaufstockung sind die Erwartungen an die Mannschaft enorm. Mit dem Abstiegskampf rechnet kaum jemand, viele sehen Leipzig in der Nähe der internationalen Ränge. Die Mannschaft soll jung bleiben. "Wir werden eine ältere U23-Mannschaft stellen. Es wird mit Sicherheit die jüngste Mannschaft der Bundesliga sein", sagt Rangnick. Aus dem Zweitliga-Team rechnet er lediglich mit dem Abgang von Spielern, die selten zum Einsatz kamen. Mit Marcel Sabitzer, Stefan Ilsanker, Georg Teigl und Stefan Hierländer stehen vier Österreicher in Leipzig unter Vertrag, nur Sabitzer und Ilsanker haben diese Saison regelmäßig gespielt.

Ihre Geschichte, unsere Geschichte

Fraglich bleibt, wie der Klub die Anfeindungen von Fans der Traditionsklubs wie Schalke und Dortmund wegsteckt, die in der Bundesliga ein neues Niveau erreichen könnten. "Dem sehen wir extrem gelassen entgegen", sagt Mintzlaff. Das seien alles Vereine mit toller Geschichte, doch "jetzt haben wir Geschichte geschrieben".

Kapitän Dominik Kaiser hat bereits einen deutlichen Rückgang der Schimpfattacken festgestellt. "Das Thema ist bei uns kein so großes mehr", so der Mittelfeldspieler. Im vergangenen Jahr seien die Angriffe deutlich zurückgegangen. Tormann Fabio Coltorti meint angesichts der neuen Gegner in der Bundesliga: "Die werden sich an uns gewöhnen." (sid, APA, red, 9.5.2016)

  • Die Roten Bullen und ihre Gefolgschaft.
    foto: apa/ap/michael

    Die Roten Bullen und ihre Gefolgschaft.

  • Besser den Kopf einziehen!
    foto: apa/ap/michael

    Besser den Kopf einziehen!

  • Publikumszuspruch ist der Mannschaft sicher.
    foto: apa/ap/michael

    Publikumszuspruch ist der Mannschaft sicher.

  • Oberboss Dietrich Mateschitz im Gespräch mit Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff.
    foto: apa/ap/woitas

    Oberboss Dietrich Mateschitz im Gespräch mit Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff.

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