Zwei Festnahmen und zwei Anzeigen nach Demo am Brunnenmarkt

9. Mai 2016, 13:50
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Linke Gruppen attackierten Teilnehmer einer rechten "Mahnwache" und die Polizei

Wien – Die Attacken von rund 120 Personen aus dem linken Spektrum auf Teilnehmer einer von der rechten "Identitären Generation" angemeldeten "Mahnwache" und auf Einsatzkräfte haben am Sonntagabend am Wiener Yppenplatz mit zwei Festnahmen und zwei Anzeigen geendet. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Die "Identitären" hatten nach der Tötung einer Frau, vermutlich durch einen Kenianer, am Sonntag eine "Mahnwache" mit 50 bis 100 Teilnehmern angemeldet. Tatsächlich erschienen allerdings nur drei Personen. Dafür hatten sich rund 120 Gegendemonstranten eingefunden, die laut Polizeisprecher Paul Eidenberger die eintreffenden Polizisten mit bengalischen Feuern bewarfen. Zudem hätten sie sich "vermummt und bewaffnet".

Laut Erstbericht der Beamten waren die Demonstranten auch mit Baseballschlägern bewaffnet. Das ließ sich im Nachhinein aber nicht mehr verifizieren, da "sie in alle Richtungen davongelaufen sind", so Eidenberger. Zudem sollen die Gegendemonstranten gegen Fahrzeuge getreten haben.

Weitere Mahnwache angekündigt

Zwei Demonstranten wurden wegen Verwaltungsdelikten vorläufig festgenommen, zwei weitere wegen tätlichen Angriffs und versuchter schwerer Körperverletzung angezeigt.

Bei den involvierten Personen gingen die Wahrnehmungen auseinander: "Unser Ziel war es, dem Versuch der Vereinnahmung des 8. Mai durch Neofaschist_innen ein starkes antifaschistisches Zeichen entgegen zu setzen und ihnen gerade an diesem Tag nicht die Straße zu überlassen. Das ist uns mit dieser lautstarken Demonstration durchs Yppenviertel auch gelungen", erklärte Tom Müller, Pressesprecher der Plattform "No Fascism".

Der Landesgeschäftsführer des Rings Freiheitlicher Jugend Niederösterreich, Markus Ripfl, der laut einer Aussendung "als Privatperson eine Kerze für die Verstorbene platzieren" wollte, beschrieb hingegen eine "Hetzjagd": "Ich wurde circa einen Kilometer lang verfolgt, bis ich zu einem Polizisten flüchten konnte. Wir rannten um unser Leben, wer weiß was diese Randalierer mit uns gemacht hätten, wenn wir nicht davongekommen wären."

Laut Social-Media-Berichten sollen die "Identitären" eine weitere "Mahnwache" angekündigt haben. Bei der Polizei ging aber noch keine entsprechende Anmeldung ein. (APA, 9.5.2016)

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