Kartelle bei Süßwaren und Bier: Millionenstrafe für deutschen Handel

9. Mai 2016, 12:16
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Handelsketten müssen 90,5 Millionen Euro vor allem wegen Preisabsprachen mit dem weltgrößten Braukonzern AB Inbev zahlen

Köln – Wegen unerlaubter Preisabsprachen für Bier, Süßigkeiten und Kaffeeprodukte hat das deutsche Kartellamt gegen mehrere Handelsketten Strafen von 90,5 Millionen Euro verhängt. Mehrere Edeka-Gesellschaften, der Handelsriese Metro, der Diskonter Netto und Rewe hatten mit dem Biergiganten Anheuser-Busch Inbev Preiserhöhungen insbesondere für die Marken Beck's, Franziskaner und Hasseröder abgesprochen, teilte das Kartellamt am Montag mit.

Insgesamt müssen mehrere Handelsunternehmen 90,5 Millionen Euro Bußgelder zahlen. Im Bierkartellfall sind das mehrere Edeka-Gesellschaften und Netto. Rewe kommt wegen "frühzeitiger und umfassender Kooperation" ungeschoren davon, ebenso AB Inbev.

Durchsuchungen 2010

Verbotene Preisverabredungen zu Süßwaren von Haribo werden der Lidl Stiftung vorgeworfen, bei Melitta-Kaffeeprodukten verlangt die Behörde Bußgeld von der Drogeriemarktkette Rossmann. Rossmann habe dagegen Einspruch eingelegt. In allen anderen Fällen hätten die betroffenen Firmen sich einvernehmlich mit dem Kartellamt verständigt, so das Kartellamt.

Die neue Serie von Bußgeldern geht auf Durchsuchungen aus dem Jahr 2010 zurück. Dabei waren 15 Lebensmittel- und Drogerieketten sowie Unternehmen für Tierbedarf und Markenartikel-Produzenten durchsucht worden. In dem Verfahren geht es um sogenannte Vertikal-Absprachen zwischen Produzenten und Handelsketten, die genauso verboten sind wie Absprachen von Ketten oder Herstellern untereinander.

Das Gesamtbußgeld aus diesen Verfahren sei nun auf gut 242 Millionen Euro gestiegen, teilte das deutsche Bundeskartellamt mit. (APA, 9.5.2016)

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