Kritik: Apple lässt Podcaster links liegen

9. Mai 2016, 12:10
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Podcasts sind wieder groß im Kommen, aber Apple kümmert sich zu wenig darum, kritisiert die Szene

Als Apple 2005 Podcasts in iTunes integrierte, wurden die Audiosendungen zum massentauglichen Format. Serien wie das millionenfach heruntergeladene "Serial" zeigen, dass Podcasts heute populärer denn je sind und zunehmend von der Werbewirtschaft wahrgenommen werden. Gleichzeitig wird Kritik laut, dass Apple für das Format nichts mehr tut.

Geheimes Treffen bei Apple

Die "New York Times" (NYT) hat mit mehreren Podcastern gesprochen. Am heftigsten wird kritisiert, dass Apple offenbar kaum Informationen über die Nutzer der Podcasts an die Macher weitergibt. Das Sharing in sozialen Medien sei mühsam und für die Bewerbung der Podcasts gebe es nur einen einzigen Ansprechpartner bei Apple.

Im April lud Apple sieben der meistgehörten Podcaster in die Unternehmenszentrale ein, wie zwei anonym bleiben wollende Teilnehmer zur "NYT" sagten. Dem Bericht zufolge mussten sie Geheimhaltungsvereinbarungen unterschreiben. Seitens des Unternehmens habe es trotz der hervorgebrachten Kritik keine Veränderungsvorschläge gegeben.

Kein Bezahlmodell

Chris Morrow vom Loud Speakers Podcast Network kritisiert, dass man von Apple zumindest wissen wolle, wie es mit Podcasts weitergehen soll. Das Audioformat bringt Apple keine direkten Einnahmen, da das Unternehmen nicht an Werbeeinnahmen mitschneidet und es kein Bezahlmodell für Downloads oder Abos gibt. Laut dem Bericht kommen einige Podcast-Netzwerke mit Werbung jedoch auf Einnahmen in Millionenhöhe. Und Beobachter gehen davon aus, dass die Szene noch viel stärker wachsen und mehr einnehmen wird.

Vages Zugeständnis

Bei Apple bleibt man zur Zukunft des Podcast-Features in iTunes vage. Eddy Cue, Apples Vice President für Software und Services, sagt in einer Stellungnahme zur Zeitung, dass man mehr Personen denn je dazu gebracht habe, sich mit Podcasting auseinanderzusetzen und das Thema einen speziellen Platz bei Apple habe. Zusagen für Verbesserungen oder einen Ausbau gibt es jedoch nicht.

Das Unternehmen lässt damit Raum für die Konkurrenz, eine bessere Plattform für Podcasts aufzuziehen. Google hat seine Podcast-App zwar 2012 eingestellt, inzwischen wurde die Funktion aber in die Musik-App von Android integriert. Auch Spotify und Amazons Audible mischen mit. (red, 9.5.2016)

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    foto: apple
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