Homo-Ehe: US-Richter wegen Verweigerung vom Dienst suspendiert

9. Mai 2016, 12:10
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Jurist aus Alabama erließ Anordnung an FamilienrichterInnen die Homo-Ehe als Bundesrecht zu ignorieren

Washington – Der Präsident des Obersten Gerichtshofes des US-Staates Alabama, Roy Moore, ist wegen Widerstands gegen die Homosexuellen-Ehe vom Dienst suspendiert worden. Laut Medienberichten entschied die Justizaufsicht, dass der 69-jährige Richter bei der Verhinderung gleichgeschlechtlicher Ehen seine Amtsbefugnisse überschritten habe.

Moore hatte Anfang des heurigen Jahres eine Anordnung an alle FamilienrichterInnen von Alabama erlassen, eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zu ignorieren, nach der die Homo-Ehe in den Vereinigten Staaten überall erlaubt ist.

Die mit seinem Fall betraute Untersuchungskommission der Justiz sei für diese Frage nicht zuständig, erklärte Moore. Er werde gegen seine Suspendierung vorgehen und "Recht bekommen". Die Kommission habe sich in ihrem Urteil von Transgender-AktivistInnen, Schwulen, Lesben und Bisexuellen leiten lasen.

Anerkennung der Homo-Ehe

Der Oberste Gerichtshof hatte im Juli 2015 entschieden, die Eheschließung von Homosexuellen dürfe auf der Ebene der einzelnen Staaten nicht verhindert werden und alle Staaten müssten die in anderen Staaten geschlossenen Ehen von Schwulen und Lesben anerkennen.

Moore sei ein "religiöser Eiferer" und "Egozentriker", der sich von der Überzeugung leiten lasse, er müsse "Entscheidungen von Bundesgerichten nicht befolgen", erklärte die Organisation Southern Poverty Law Centre, die die Untersuchung in Gang gebracht hatte. "Er sollte im Sinne des staatlichen Wohls entlassen werden." Im Jahr 2003 hatte Moore sich dagegen gesperrt, ein Monument mit der Tafel der Zehn Gebote vor dem Obersten Gerichtshof zu entfernen. (APA, 9.5.2016)

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