"Wings for Life Run": Calcaterra lief 88,44 Kilometer

8. Mai 2016, 20:14
66 Postings

Charity-Lauf in 33 Ländern mit über 130.000 Teilnehmern für Rückenmarksforschung

Wien – Der zweifache globale Sieger des "Wings for Life World Run", Lemawork Ketema, ist am Sonntag entthront worden. Der nun in Österreich eingebürgerte Äthiopier, der sich noch Hoffnungen auf eine Olympia-Qualifikation macht, stieg diesmal nach der Marathondistanz aus dem Rennen aus, um sich zu schonen. Der Sieger wurde diesmal außerhalb Österreichs in der Gegend um Mailand gekürt.

Der Italiener Giorgio Calcaterra überbot mit 88,44 Kilometer die bisherige Bestmarke von Ketema (79,9 Kilometer) um großartige zehn Prozent. Bei diesem in 33 Ländern an 35 Schauplätzen zugleich ausgetragenen Charity-Rennen zugunsten der Rückenmarksforschung sorgte die Japanerin Kaori Yoshida in Takashima mit 65,7 Kilometern für die weltweite Bestmarke unter allen Frauen – und sie ließ auch über 50.000 teilnehmende Männer hinter sich.

Den Sieg in Österreich sicherte sich bei den Männern der Ukrainer Jewgenij Glywa, der nach 68 Kilometern von Wien über Tulln in Königstetten sein Rennen beendete. Er wurde damit in der weltweiten Männer-Wertung Achter. Bei den Damen holte die Österreicherin Cornelia Moser nach 56,88 Kilometern den Sieg.

Hirscher läuft 23 Kilometer

Auch zahlreiche Prominente waren entweder als Läufer oder auch als Fahrer des sogenannten "Catcher Cars" im Einsatz. Mit von der Partie war der fünffache Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher, der nach 23 Kilometern vom Auto eingeholt wurde. "Ich bin zufrieden. Ich wollte grundsätzlich so weit laufen, wie mich die Füße tragen, was die Schmerzen betrifft."

Er habe sich aber länger überwunden, denn schließlich ginge es bei dem Lauf um eine gute Sache. "Wir alle glauben daran, dass Querschnittslähmung irgendwann heilbar sein wird. Egal ob man 100 Meter oder 80 Kilometer läuft, jeder kann mithelfen, dass es schneller geht", brach Hirscher eine Lanze für diese Veranstaltung, die über 130.000 Teilnehmer anzog. Mit dabei waren auch querschnittsgelähmte Sportler, unter anderen die Ex-Stabhochspringerin Kira Grünberg und der im Jänner beim Skifliegen verunglückte Lukas Müller.

Goldberger schafft Marathon-Distanz

Stark lief Ex-Skisprungstar Andreas Goldberger, der die Marathondistanz schaffte. Eine starke Leistung, auch in Anbetracht ihres großen Programms der vergangenen Wochen, lieferte Serienstaatsmeisterin Karin Freitag, die das Rennen in München mit 59,08 Kilometern gewann.

Das Regulativ dieses weltweiten Rennens kurz erklärt: 30 Minuten nach dem Start nimmt ein "Catcher Car" die Verfolgung der Teilnehmer auf – mit immer größerer Geschwindigkeit. Wer es streckenmäßig am längsten schafft, dem Auto gewissermaßen davonzulaufen, gewinnt. Im vergangenen Jahr kamen durch Start- und Spendengelder rund 4,2 Millionen Euro für Projekte der Rückenmarkforschung zusammen. (APA, 8.5.2016)

  • Mittendrin statt nur dabei: Skistar Marcel Hirscher.
    foto: apa/punz

    Mittendrin statt nur dabei: Skistar Marcel Hirscher.

Share if you care.