Cupertinos Bürgermeister: Apple ist "nicht fair", lässt Stadt verkommen

8. Mai 2016, 15:38
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Neben dem gigantischen neuen Apple Campus verfällt die Infrastruktur für normale Bürger

Der Bürgermeister von Cupertino, Barry Chang, hat sich äußerst kritisch zu Apple geäußert. Der IT-Konzern hat sein Hauptquartier, das gerade erneuert wird, in der kalifornischen Kleinstadt – soll sich aber laut Chang nicht besonders um seine Umgebung scheren. Bei einem Besuch bei Apple war er sogar durch Sicherheitskräfte entfernt worden, damals war Chang noch Stadtrat und nicht Bürgermeister.

Anrainer protestieren

Apple bunkere Milliarden im Ausland und zahle nicht genügend Steuern, beschwert sich Chang. Er berichtet von wütenden Protesten von Anrainern, die sogar einen Stopp für Projekte der Digitalbranche fordern. "Steuern zu erhöhen ist nicht beliebt, aber ich habe keine Angst", so Chang. Cupertino sei "ein Zentrum für Technologie", doch die öffentliche Infrastruktur sei "alt und peinlich". Er beklagt, dass Politiker in der Vergangenheit vor Apple und Co eingeknickt seien.

Heftige Auseinandersetzungen

Die Probleme in Cupertino spiegeln strukturelle Missstände in und um San Francisco wieder. In der US-Stadt kommt es seit Jahren zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen alteingesessenen Einwohnern und der IT-Branche. Immobilienpreise gehen in die Höhe, ebenso poppen Serviceangebote für IT-Manager auf. Die restlichen Einwohner verdienen weniger, doch das Preisniveau steigt. In Cupertino ist das noch extremer, doch Apples Image zieht auch hier. So organisierte Chang eine Demo gegen Apple, doch "niemand wollte hingehen". Denn trotz der Probleme sind auch viele Bürger in IT-fremden Jobs von den Großkonzernen abhängig. (red, 8.5.2016)

  • In Cupertino baut Apple momentan ein megalomanisches neues Hauptquartier
    foto: reuters/berger

    In Cupertino baut Apple momentan ein megalomanisches neues Hauptquartier

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