Trotz Trump: Facebook sponsert Parteitag der Republikaner

8. Mai 2016, 09:51
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Heftige Kritik von Aktivisten, auch Google unter den Geldgebern

Die großen IT-Firmen aus dem Silicon Valley gehören mittlerweile zu den einflussreichsten Geldgebern in der US-Politik. Sichtbar wird das etwa daran, wie sehr sie sich an Wahlkampfveranstaltungen beteiligen. Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, wird das Geld meist großflächig in alle politischen Richtungen verteilt. Dass Facebook sein Sponsoring für den republikanischen Nominierungsparteitag trotz des äußerst wahrscheinlichen Triumphes von Donald Trump nicht zurückzieht, löst nun heftige Kritik aus.

"Unverantwortlich"

"Donald Trumps faschistische Agenda am Parteitag in die Auslage zu stellen, ist unverantwortlich und gefährlich", sagt etwa der Aktivist Murshed Zaheed zum Guardian. Er arbeitet für die einflussreiche NGO Credo und denkt, dass es unmöglich sei, Facebooks Sponsoring und Trumps "hasserfüllte Rhetorik" nicht zu assoziieren. Auch Facebook-Partner sprechen sich gegen die Unterstützung für den Parteitag aus. "Facebook muss, wie Google, freie Meinungsäußerung ermöglichen, aber nicht jene angsteinflößende Hassrede, die eine Trump-geführte Veranstaltung propagieren würde", sagt Malkia Cyril vom Center for Media Justice – mit dem Facebook im Kampf gegen Hasspostings kooperiert.

Google auch dabei

Auch Google sponsert den republikanischen Nominierungsparteitag. Facebook selbst gab an, durch das Sponsoring keine politische Unterstützung auszudrücken. Der IT-Konzern will am Parteitag eine "Lounge" anbieten. Indes berichtete Gizmodo, dass auch intern heftige Debatten geführt werden. So überlegen Mitarbeiter, wie Facebook einen Präsidenten Trump verhindern könnte – auch das dürfte freilich demokratiepolitisch für großen Wirbel sorgen. (red, 8.5.2016)

  • Die wahrscheinliche Nominierung von Trump sorgt für Wirbel
    foto: reuters/stringer

    Die wahrscheinliche Nominierung von Trump sorgt für Wirbel

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