Urteil gegen Ägyptens Ex-Präsidenten Mursi erneut verschoben

7. Mai 2016, 13:21
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Soll am 18. Juni verkündet werden

Kairo – In einem Prozess wegen des Verrates von Staatsgeheimnissen ist das Urteil gegen Ägyptens Ex-Präsidenten Mohammed Mursi erneut verschoben werden. Es soll jetzt am 18. Juni verkündet werden, wie der Richter am Samstag in Kairo erklärte. Dem Islamisten Mursi wird vorgeworfen, in seiner Zeit an der Macht heikle Informationen an das Emirat Katar weitergegeben zu haben.

Gegen sechs von zehn weiteren Angeklagten verhängte das Gericht vorläufige Todesstrafen, wie die Nachrichtenseite Al-Ahram meldete. Der Richter überwies diese Fälle an Ägyptens Großmufti Shauki Allam, der als höchste religiöse Instanz des Landes eine Stellungnahme zu dem Urteilsspruch abgeben muss.

Mursi hatte bereits vor einem Jahr wegen Verschwörung zu einem Gefängnisausbruch während der arabischen Aufstände die Todesstrafe erhalten. Das Urteil löste damals international scharfe Kritik aus.

Mursi war nach dem Sturz des Langzeitherrschers Hosni Mubarak als erster frei gewählter Präsident des Landes an die Macht gekommen. Nach Massenprotesten gegen ihn wurde er im Sommer 2013 von der Armee gestürzt. Seitdem geht Ägypten massiv gegen die Muslimbrüder vor, aus deren Reihen Mursi kam. (APA, 7.5.2016)

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