Südtirol: Kritik an "populistischer Forderung" Straches

6. Mai 2016, 17:24
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FP-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer schweigt

Wien/Meran – Norbert Hofer will auf Anfrage des STANDARD zum jüngsten Vorstoß seines Parteichefs Heinz-Christian Strache (FPÖ) vorerst nicht Stellung nehmen.

Strache hatte in der Tageszeitung La Repubblica ein Referendum zur Wiedervereinigung Tirols gefordert: "Ich will die bestehende Wunde heilen und Tirol die Möglichkeit geben, sich wieder zu vereinen." Südtirol solle die Möglichkeit zur Selbstbestimmung erhalten. Es solle frei über seine Zukunft entscheiden.

Der Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi kritisiert, "Straches Vorschlag droht Wunden zu öffnen, die nie ganz vernarbt sind". Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) spricht von einer "populistischen Forderung des FPÖ-Chefs". Er sorgt sich, über "gewisse Wertvorstellungen" eines möglichen blauen Präsidenten Norbert Hofer.

Kritik auch von LH Platter

In seinen Grußworten auf der SVP-Landesversammlung am Samstag in Meran hat auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) die Aussagen Straches kritisiert. Es handle sich um einen Missbrauch Südtirols als Spielball zur Bundespräsidentenwahl.

Platter gab ein klares Bekenntnis zur Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ab. Ein weiterer Ausbau der Autonomie Südtirols sei notwendig. Die Zusammenarbeit müsse im Rahmen eines Europa der Regionen erfolgen, so der Landeshauptmann.

"Heimkehr in das Vaterland"

Im FPÖ-Parteiprogramm, das Hofer mitformuliert hat, steht: "Wir streben die Einheit Tirols an und bekennen uns zum Selbstbestimmungsrecht Südtirols (...)." Im Handbuch freiheitlicher Politik formuliert Hofer: "Dem Land Südtirol ist die Möglichkeit eines Beitritts zur Republik Österreich (... ) offen zu halten." Die Umwandlung "in einen von Rom unabhängigen Freistaat innerhalb der EU" sieht er "allenfalls als Vorstufe zur Heimkehr in das Vaterland Österreich". (red, APA, 7.5.2016)

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    foto: apa/walter kerschbaum
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