Kometenkrater waren die Schmelztiegel, in denen das Leben entstand

8. Mai 2016, 17:08
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Geochemiker favorisieren Impaktkrater als Geburtsorte der ersten Zellen

Dublin – Wo und wie Leben erstmals auf der Erde entstand, dazu existieren heute zahlreiche konkurrierende Theorien. Einige davon kreisen um die Möglichkeit, dass wichtige biochemische Moleküle oder gar fertige Zellen als blinde Passagiere auf Meteoriten und Kometen auf unserem Heimatplaneten gelandet sind. Nun haben irische Forscher erneut Kometen ins Spiel gebracht. In der im Fachjournal "Geochimica et Cosmochimica Acta" präsentierten Studie trugen sie zwar nicht das Leben zur Erde, schufen aber Bedingungen, die seine Entstehung zumindest gefördert haben.

Nach der von Edel O'Sullivan und ihren Kollegen vom Trinity College in Dublin vorgeschlagenen These hat der Einschlag von Kometenkernen in den Urozeanen der jungen Erde zu isolierten Strukturen geführt, die als Basis für die Bildung von Leben gedient haben könnten. Als das Wasser mit dem durch den Impakt erhitzten Fels reagierte, kam es demnach zur Synthese komplexer organischer Moleküle, die in den Kratern ideale Bedingungen vorfanden, um sich zu den ersten primitiven Zellen weiter zu entwickeln.

Hydrothermale Zonen in Kratern

"Frühere Studien zum Ursprung des Lebens haben sich auf hydrothermale Zonen im Meer konzentriert, wie sie heute auf mittelozeanischen Rücken existieren. Vermutlich aber gab es diese Strukturen damals noch nicht – zumindest nicht als Folge von plattentektonischen Vorgängen. Wir glauben, dass ähnliche geologische Merkmale aber in Einschlagkratern zu finden waren", meint O'Sullivan. Untersuchungen am Sudbury-Krater im kanadischen Ontario untermauerten diese Annahmen.

Das Sudbury-Becken ist mit einem ursprünglichen Durchmesser von 250 Kilometern der zweitgrößte bekannte Einschlagkrater der Erde. Der Impakt dürfte vor etwa 1,8 Milliarden Jahren stattgefunden haben, dadurch ist der Krater auch einer der ältesten, die man kennt. Forscher konnten hier schon früher Anzeichen für hydrothermale Aktivität feststellen. Der ungewöhnlich hohe Anteil von Kohlenstoff in den Ablagerungen des Kraters war bisher einer außerhalb liegenden Quelle zugeschrieben worden. Die aktuellen Untersuchungen sprechen allerdings dafür, dass sie von mikrobiellem Leben im isolierten Inneren des Kraters stammen. (red, 8.5.2016)

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