Klaus Maria Brandauer: Zwiegespräch mit "Willie"

6. Mai 2016, 17:49
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Der Schauspieler und das Orchester der Klangverwaltung im Wiener Konzerthaus

In die Musik hineingerutscht ist Klaus Maria Brandauer zufällig. Vor über 30 Jahren gewann ihn Dirigent Zubin Mehta für die Mitwirkung in Schönbergs Gurre-Liedern. Immer wieder hat KMB seither die Rolle des Sprechers in diesem Schlüsselwerk der spätesten Romantik gegeben. Heute sagt er: "Die musikalischen Sachen sind eigentlich leicht. In dem Moment, in dem sie einmal gemacht sind, kann man sie auf der ganzen Welt zum Besten geben!"

Längst hat Brandauer, der Weltstar, das Publikum mit der weniger bekannten musikalischen Seite seines Genius vertraut gemacht: als Conférencier, als Sprecher, als Darsteller des Peer Gynt, als Anwalt der Egmont-Figur, wie sie dem Tondichter Beethoven vorgeschwebt sein mag. Den Egmont wird er heuer auch in Grafenegg verkörpern. Diesen Goethe-Helden definiert KMB trocken: "Ein Mann glaubt, der Sieg in einer Schlacht und der Sieg bei einer Frau sei dasselbe!" Die musikalische Einbettung "klassischer" Rollen biete Hochgenüsse: "Man muss keine Ouvertüre voranstellen. Man springt mitten hinein in etwas, was schon vorhanden ist." Bangigkeit vor großen Orchesterapparaten gibt es nicht. Schon gar nicht heute, Samstag, wenn Brandauer im Wiener Konzerthaus Mendelssohn Bartholdys Sommernachtstraum zum Universaldrama erhebt.

In einer eigens erarbeiteten Fassung wird KMB den Sprecher mimen, u. a. aber auch als Puck und als Titania zu hören und zu sehen sein. Enoch zu Guttenberg dirigiert das Orchester Klangverwaltung München, musiziert wird obendrein Beethovens Symphonie Nr. 7 in A-Dur. Shakespeare? Ist für "Lear" Brandauer ein guter Seelenvertrauter: "Ich denke mir oft: Woher kennt mich dieser ,Willie' so gut?" (poh, 6.5.2016)

7. 5., Wiener Konzerthaus, 1030 Wien, Lothringerstr. 20, 19.30

  • Der Weltschauspieler aus Altaussee schlägt sich mit Shakespeare und Mendelssohn Bartholdy in den Wald von Athen: Klaus Maria Brandauer.
    foto: christof mattes

    Der Weltschauspieler aus Altaussee schlägt sich mit Shakespeare und Mendelssohn Bartholdy in den Wald von Athen: Klaus Maria Brandauer.

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